Das Team des Badischen Staatstheaters
V. l. n. r: Kaufmännischer Direktor Johannes Graf-Hauber Ballettdirektorin Prof. Birgit Keil Designierter Leiter JUNGES STAATSTHEATER Otto A. Thoß Operndirektor Michael Fichtenholz Generalintendant Peter Spuhler Leiterin VOLKSTHEATER Stefanie Bub Schauspieldirektor Axel Preuß Generalmusikdirektor Justin Brown Designierter Orchesterdirektor Bernard Ohse
Bild: Felix Grünschloß
"Von Furcht & Freiheit": Badisches Staatstheater stellt Spielplan 2017/18 vor
Karlsruhe
04.05.2017 06:00
"Von Furcht & Freiheit" ist das Spielzeitprogramm 2017/18 des Badischen Staatstheaters Karlsruhe übertitelt, und das Motto könnte (vor allem gesellschaftspolitisch) gar nicht aktueller sein.

Die gesammelte Mannschaft des Staatsheaters um Generalintendant Peter Spuhler war am Mittwochmorgen vor Ort, um das neue Programm der Spielzeit 2017/18 vorzustellen. Spuhler stieg gleich in den politischen Kontext des Mottos ein: "Freiheit ist das wichtigste Gut unserer heutigen Gesellschaft", so der Generalintendant zur Begrüßung.

"Ihre Basis finden wir in Deutschland im Grundgesetz mit seinem ersten Artikel: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Freiheit steht täglich weltweit auf dem Prüfstand. Was wir sicher glaubten, zerfällt, und führende Köpfe scheinen mir zu wenig Furcht zu haben." Zusammen mit seinen Spartenleitern stellte er einen vielfältigen und abwechslungsreichen Spielplan vor.

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

"Die Oper vollendet im Herbst mit der Götterdämmerung den neuen Karlsruhe 'Ring', inszeniert von vier internationalen Regisseuren. An Ostern und im Mai 2018 wird der gesamte Zyklus zweimal aufgeführt. Ergänzt wird der 'Ring' von unserer gefeierten Uraufführung 'Wahnfried' über die Wagner-Familie und der Operette 'Die lustigen Nibelungen', freut sich Generalmusikdirektor Justin Brown. "Damit kommt mein Herzensprojekt zum Abschluss, und mit Wagner schließt sich für mich der Kreis meiner Zeit am Staatstheater, wo ich vor neun Jahren als erste Produktion 'Rheingold' dirigierte."

Operndirektor Michael Fichtenholz ist stolz, dass sich "die hohe künstlerische Qualität des Staatstheaters weit herumgesprochen hat". Darum kann sich das Publikum auf zwei Koproduktionen mit renommierten Opernhäusern freuen, die den internationalen Stellenwert der Karlsruher Oper eindrucksvoll unterstreichen. "Simon Boccanegra in Zusammenarbeit mit Opera Ballet Vlaanderen, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und Opéra Orchestre National Montpellier sowie Lucio Silla mit dem Théâtre Royal de La Monnaie in Brüssel und dem Theater St. Gallen versprechen erstklassige Opernerlebnisse."

Birgit Keil: "Carmina Burana" lang gehegter Wunsch!

Das Staatsballett eröffnet mit der Neueinstudierung "eines Werkes von Weltrang, das Ballettgeschichte schrieb", so Ballettdirektorin Birgit Keil. Über ein Jahrzehnt nach der Deutschen Erstaufführung in Karlsruhe kommt Kenneth MacMillans bahnbrechende Lesart von 'Romeo und Julia' wieder ins Programm.

"Mit Germinal Casados 'Carmina Burana', einer spartenübergreifenden Produktion von Staatsballett, Oper, Staatsopernchor, Kinderchor und der Badischen Staatskapelle unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Justin Brown geht für mich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung", führte Birgit Keil weiter aus. "Diese Aufführung ist eine Hommage an den ehemaligen Karlsruher Ballettdirektors und Bildenden Künstler Germinal Casado."

Seit Antike Schauspiel Spiegel der Gesellschaft

Es folgt die virtuose tänzerische Umsetzung von "Ein Sommernachtraum" des genialen Geschichtenerzählers Youri Vámos. Die "Karlsruher Ballettwoche" präsentiert die Highlights der Saison und in der Ballett Gala die internationalen Stars der Tanzwelt. "Schließlich setzen wir mit dem Format 'Choreografen stellen sich vor' den 'Karlsruher Weg' fort und bieten dem begabten Nachwuchs eine Plattform für Kreation und Innovation", erläuterte Birgit Keil.

"Seit der Antike ist das Schauspiel ein Spiegel der Gesellschaft. Unsere Welt ist in starker Bewegung, niemand weiß derzeit, wohin es uns treibt. Darauf reagieren wir mit einer großen künstlerischen Vielfalt. Als Novum spielen wir dort, wo die Bürger der Stadt und der Region zusammen kommen", so Schauspieldirektor Axel Preuß."

Mobile Produktionen des Staatstheaters

"'Judas' zeigen wir in Kirchen Karlsruhes und der Region. Das Stück hat das Zeug, die moralische Standfestigkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer in Frage zu stellen. Als zweite mobile Produktion feiert 'Bestätigung' seine Premiere im Ständehaus in Karlsruhe, dem Geburtsorts der badischen Demokratie."

Im Eröffnungsreigen kommen Goethes "Faust" und Falk Richters "Safe Places" auf die Bühne, und mit der romantischen Novelle "Der goldene Topf" gibt es ein Märchen für Erwachsene. "Im Rahmen der 'Europäischen Kulturtage' zeigen wir das heute wieder aktuelle Musical 'Hair', das Dokumentarstück 'Die Ehen unserer Eltern' über die Kinder der 68er sowie das Auftragswerk 'Tiger und Löwe', eine Koproduktion mit dem Royal District Theatre aus der georgischen Hauptstadt Tiflis über die Freiheit der Kultur."

 Volkstheater wandelt auf digitalen Spuren 

Auf digitalen Spuren wandelt das Volkstheater in der neuen Spielzeit. "Hierzu entwickeln wir in einer digitalen Theater-Kooperation mit dem Théâtre de la Manufacture in Nancy und dem Kote Marjanishvili State Drama Theatre in Tiflis ein Spiel mit Augmented Reality (computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung)", führte Stefanie Bub, Leiterin des Volkstheaters, aus.

Sehr real wird hingegen die Eröffnung der 24. "Europäischen Kulturtage". "Wir steuern gegen den Brexit: Das britische Theaterkollektiv Common Wealth wird sich für 'Radikale Akte' gemeinsam mit Karlsruher Frauen und Mädchen auf die Spuren der Frauenemanzipation machen. Die Zusammenarbeit mit den Theatermachern Herbordt/Mohren wird 2017/18 mit 'Das Büro' und 'Das Publikum' fortgesetzt. Zuerst verlegt die Künstlergruppe für eine Spielzeit ihr Büro in unser Theater. Dann bringt sie Initiativen und Vereine im Studio als Modell einer neuen Stadt zusammen", so Stefanie Bub.

Junges Staatstheater begrüßt neuen Leiter: Otto A. Thoß

Das Junge Staatstheater begrüßt zur Spielzeit  2017/18 einen neuen Leiter: Otto A. Thoß. Der bisherige Leiter des Jungen DNT am Deutschen Nationaltheater Weimar, macht es sich zur Aufgabe, "inspirierendes, bereicherndes und relevantes Theater für Kinder- und Jugendliche aller Altersgruppen auf die Bühne zu bringen." Dazu gehören Stücke für das Klassenzimmer wie die Geschichte eines Fußballers in Schwalbenkönig oder der Welterfolg "Der kleine Prinz" ebenso wie die Kinderoper "Gold!" oder lyrisches Liebesleid von Hölderlin bis Heine, dem #esistkompliziert nachspürt.

Ab 10. Juli können (auch) ermäßigte Karten rund um die Uhr online erworben werden auf www.staatstheater.karlsruhe.de. Für Abonnenten des Theaters und für Mitglieder der Gesellschaft der Freunde beginnt der Vorverkauf für die Monate September und Oktober 2017 ab dem 3.Juli, für alle anderen Besucher am 10. Juli. Ab dem 11. September können Karten für alle terminierten Vorstellungen bis zum Ende der Spielzeit 2017/18 erworben werden. Der Vorverkauf für die beiden "Ring"-Zyklen und die "Händelfestspiele" läuft bereits.

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