VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Fans im Fanblock des Karlsruher SC brennen Pyrotechnik vor Beginn der zweiten Halbzeit ab.
Bild: Deniz Calagan (dpa)
Nach Derby in Stuttgart: KSC-Randale soll Thema im Landtag werden
Karlsruhe
11.04.2017 10:39
Am Sonntag trafen der Karlsruher SC und der VfB Stuttgart aufeinander. Karlsruher Anhänger sorgten dabei mit dem Einsatz von Pyrotechnik deutschlandweit für negative Schlagzeilen. Jetzt könnten die Aktionen sogar Thema im baden-württembergischen Landtag werden.

Gleich zwei Mal war am Sonntag unklar, ob die Partie in der Mercedes-Benz-Arena zu Ende gespielt werden würde. Anhänger des Karlsruher SC hatten bereits kurz nach Spielbeginn Pyrotechnik in Richtung Spielfeld geworfen. Ähnliche Szenen spielten sich auch zu Beginn der zweiten Halbzeit ab. "Das Spiel musste mehrfach unterbrochen werden, der Stadionsprecher warnte die so genannten Fans vor einem drohenden Spielabbruch", berichtet die Polizei. 

Wie der Südwestrundfunk berichtet, drohen den Badenern nach den Zündeleien hohe Geldstrafen. Das geht Sascha Binder von der SPD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg nicht weit genug. Er will die Ausschreitungen beim Fußball-Derby im Landtag zur Sprache bringen.

 

Binder sieht Vereine in der Pflicht 

"Es stellt sich die Frage, ob die Profifußballvereine tatsächlich alles tun, um ihren präventiven Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von Fußballspielen gerecht zu werden", so Binder in einer aktuellen Pressemeldung. Nach eigener Aussage hat sich der SPD-Politiker mit Schreiben an die beiden Club-Präsidenten wie auch den Vorsitzenden des Innenausschusses des Landtags gewandt. 

Nach seiner Auffassung sei einzig dem großen Polizeiaufkommen geschuldet, dass es nicht zu schlimmeren Vorfällen kam. Binder kritisiert sowohl das Zünden von Feuerwerkskörpern im KSC-Gästeblock als auch die "Vermummung von 'Fans' mit weiß-blauen Sturmmasken mit offiziellem KSC-Logo".  

Binder äußert vor diesem Hintergrund "erhebliche Zweifel an der Effektivität der vorgeschriebenen Stadioneintrittskontrollen". Zudem müsse geklärt werden, ob die Sturmmasken seitens des Vereins vertrieben werden, ob der Verein der Verwendung des KSC-Schriftzuges zugestimmt habe und falls es keine Erlaubnis dafür gab, ob und wann der Club die Verwendung des Schriftzuges an dieser Stelle untersagt habe.

Binder fordert Zusammenarbeit von Behörden und Vereinen

Binder sieht die Profivereine unabhängig von der strafrechtlichen Verfolgung durch die Staatsanwaltschaft in der Pflicht, "durchgreifende Maßnahmen zu ergreifen, damit sich solche Vorfälle wie am Sonntag nicht wiederholen." Die Szenen, die sich insbesondere innerhalb des Stadions vor dem Spiel und nach der Halbzeitpause abgespielt hätten, seien jedenfalls "nicht hinnehmbar".

Nach dem Willen Binders soll sich der Innenausschuss des Landtags in seiner Sitzung am 26. April mit der Angelegenheit befassen. Dort solle es mit den Verantwortlichen der beiden Vereine wie auch mit Vertretern der Polizei und der Staatsanwaltschaft zu einer konstruktiven Diskussion über wirksame Sicherheitsmaßnahmen speziell bei sogenannten Risiko-Fußballspielen kommen.

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