Spruchband beim  Heimspiel gegen Kaiserslautern
Spruchband beim Heimspiel gegen Kaiserslautern
Bild: Reisenauer
Stimmungsboykott beim KSC: Die Fans haben genug vom Schlusslicht
Karlsruhe
29.04.2017 19:17
Ein Abstieg ist immer schmerzhaft. Doch der Karlsruher SC hat nicht nur die Herausforderung vor der Brust, in der dritten Liga einen sportlichen Neustart zu machen. So gilt es auch noch die Fans zurückzugewinnen. Tiefe Risse taten sich am Samstag auf.

Es war schon eine komische Stimmung im Wildparkstadion. Die KSC-Fans hatten zum Stimmungsboykott aufgerufen. So waren eigentlich fast über die gesamte Spieldauer nur die rund 3.300 Anhänger der Gäste zu hören. Viel mehr noch: Beim Führungstreffer von Kaiserslautern in der fünften Spielminute klatschen viele Karlsruher im Fanblock sogar. Ebenfalls zu sehen: Über die gesamte Spielzeit prangerte ein Spruchband auf der Gegentribüne: "Der größte Imageschaden für den Verein steht auf dem Rasen". Dazu gab es weitere Botschaften, auch in Richtung des bei den Fans in der Kritik stehenden Präsidiums. 

In der "Blockschrift" der Ultras hieß es deutlich: "Wir können nicht unser Herzblut vergießen in der Gewissheit, dass es auf dem Platz keinerlei Würdigung findet, geschweige denn eine Wirkung zeigt." KSC-Kapitän Dirk Orlishausen kann die Wut nachvollziehen: "Die Fans haben so ihren Unmut gezeigt, das ist auch vollkommen in Ordnung. Es ist nicht schön, aber die Fans verschaffen sich so 'Gehör'. Wir haben wenig dafür getan, dass sie bedingungslos hinter uns stehen sollten."

Cheftrainer Marc-Patrick Meister bestätigte nach Spielende, dass man auf die fehlende Unterstützung von den Zuschauerrängen vorbereitet war. "Wir sind als Mannschaft natürlich auch dafür verantwortlich, dass wir Unterstützung bekommen."

"Wir müssen die Saison anständig zu Ende spielen und dann alles in positive Energie umwandeln", ergänzt Manager Oliver Kreuzer. Die dritte Liga wird sicher keine einfache Aufgabe. Kreuzer will  hier auf Qualität statt Quantität setzen. Noch viel wichtiger aber: "Es braucht eine Mannschaft, die den KSC wieder verinnerlicht." Dann klappt auch sicher wieder der Schulterschluss mit den Fans. 

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