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Pokal-Aus gegen Leverkusen: "KSC hat einen großen Kampf geliefert"
Karlsruhe
14.08.2017 14:00
120 Minuten lang dauerte die Begegnung des Karlsruher SC mit Bayer Leverkusen. In der Verlängerung konnte der Bundesligist den Kampf um den DFB-Pokal für sich entscheiden. Warum die Badener eine Verlängerung hinnehmen mussten, zeigt ein Blick auf die Statistik- und das trotz einer insgesamt guten Leistung des KSC.

Der KSC hat sich mit dem haushohen Favoriten vom Niederrhein einen großen Kampf geliefert. Der enorme läuferische Aufwand, mit dem die fußballerische Überlegenheit der Gäste lange ausgeglichen wurde, kostete die KSC-Profis viel Kraft. Die fehlte am Ende, daher gab es in der Verlängerung drei späte Gegentreffer.

So lange die Kraft reichte, waren die Platzherren aggressiv und kampfstark. Die Zweikampfbilanz von 56,2 Prozent gewonnener Duelle ist ganz einfach nur klasse, vor allem vor dem Hintergrund, dass ein Drittligist gegen einen Bundesligisten angetreten ist.

KSC hadert mit langen Pässen

Überraschend dabei: Obwohl das KSC-Team aus körperlich starken, groß gewachsenen und erfahrenen Akteuren bestand, hatten die Blau-Weißen im Kopfballspiel deutlich das Nachsehen, gewannen lediglich 44,7 Prozent der Duelle. Dass die Gäste aus dem Rheinland technisch und fußballerisch überlegen waren, zeigt die Statistik beim Ballbesitz: 63 Prozent der Spielzeit hatten die Bayer-Spieler die Kugel unter Kontrolle.

KSC-Spieler liefen einmal ins Abseits, die Leverkusener drei Mal. Bei den Eckbällen brachten es die Wildparkprofis auf vier, die Gäste bekamen acht Eckbälle zugesprochen. Bei den zehn Torschüssen der Badener stand am Ende eine Schussgenauigkeit von 30 Prozent. Von den 41 Tacklings gestalteten die Fächerstädter starke 87,8 Prozent erfolgreich.

Die Passgenauigkeit der Blau-Weißen lag mit 67,3 Prozent im mittleren Bereich, von den langen Zuspielen kamen nur 18,7 Prozent beim Teamkollegen an. Die Passgenauigkeit in der gegnerischen Hälfte war mit 51,5 Prozent nicht besonders positiv. Das belegt, dass das Offensivspiel des KSC nie so richtig in Fahrt kam, eben weil man die Bälle zu ungenau nach vorne spielte, dadurch die Kugel zu schnell wieder verlor.


DFB-Pokal: KSC - Bayer Leverkusen

Karlsruher SC - Bayer 04 Leverkusen Karlsruher SC - Bayer 04 Leverkusen Karlsruher SC - Bayer 04 Leverkusen Karlsruher SC - Bayer 04 Leverkusen

KSC-Coach trotz Aus im Pokal stolz 

Schwach fällt auch die Zielgenauigkeit bei den geschlagenen KSC-Flanken aus. Von den zwölf Flanken landeten nur 16,7 Prozent beim Mitspieler. Marc Lorenz feuerte für den KSC die meisten Torschüsse ab: Drei Mal zielte er auf das gegnerische Gehäuse, allerdings ohne Erfolg. Lorenz schlug auch die meisten Flanken: Vier waren es in dieser Partie.

Völlig zu Recht wurde KSC-Keeper Benjamin Uphoff mit 39 Prozent von den Fans zum "Man of the Match" gewählt. Uphoff spielte absolut fehlerfrei, war bei den Gegentreffern chancenlos. Alexander Siebeck hatte die meisten Ballaktionen. 95, führte damit eine gute Tradition fort, denn sein Vorgänger auf der Linksverteidigerposition Dennis Kempe – inzwischen bei Erzgebirge Aue – lieferte oft auf diesem Terrain Topwerte ab.

Siebeck hatte zudem die beste Quote aller KSC-Spieler bei den Zweikämpfen. Der von RB Leipzig gekommene Siebeck gewann 70 Prozent seiner Duelle Mann-gegen-Mann. Dass Angreifer Oskar Zawada kaum zur Entfaltung kam, lag auch an seinem unerbittlichen Gegenspieler, Bayer-Neuzugang Sven Bender. Der Innenverteidiger gewann 75 Prozent seiner Zweikämpfe, viele davon gegen Zawada.

KSC-Trainer Marc-Patrick Meister war trotzt des Ausscheidens voll des Lobes für seine Mannschaft. "Wir haben mit großer Leidenschaft nach 90 Minuten ein 0:0 erreicht. Solche Spiele sind für unsere Entwicklung wichtig. Von so einer ballsicheren und schnellen Truppe wie die von Bayer, da können wir lernen."

Wir haben die Leistung der einzelnen Spieler beim Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen bewerten. Aber wer hat Sei am meisten überzeugt? Stimmen Sie bei unseren Spielernoten ab!

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