VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Fans im Fanblock des Karlsruher SC brennen Pyrotechnik vor Beginn der zweiten Halbzeit ab.
Bild: Deniz Calagan (dpa)
Maßnahmen nach Derby: Supporters Karlsruhe kritisieren KSC scharf
Karlsruhe
18.04.2017 07:40
Das Derby des Karlsruher SC gegen den VfB Stuttgart hatte deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt. Politik und der Verein hatten nach unschönen Szenen im Karlsruher Fanblock reagiert. Jetzt melden sich die Supporters Karlsruhe zu Wort.

Vergangene Woche hatte der KSC Konsequenzen nach dem Derby in Stuttgart angekündigt. So kündigte der Verein an, den Service beim Kauf von Auswärtstickets für die restliche Saison einstellen zu wollen. Den Supporters werde darüber hinaus kein Ticketpaket zur internen freien Veräußerung bereitgestellt. Des Weiteren erklärte der Verein, seine Ticket-AGB verschärfen und stärker gegen Vermummung vorgehen zu wollen. 

Supporters kritisieren Sanktionen des Vereins

Die Supporters Karlsruhe 1986 fühlen sich durch die Maßnahmen des Vereins zu Unrecht mit Sanktionen belegt. In einer Pressemitteilung kritisiert ihr Vorstand Martin Löffler das Vorgehen des KSC scharf. Auf der einen Seite verurteilen die Supporters das Abschießen von Leuchtspurmunition und Böllern auf das Spielfeld und die angrenzenden Zuschauerblöcke. 

Auf der anderen Seite distanziere man sich aber auch von Vorverurteilungen, Pauschalurteilen und Kollektivstrafen. Durch letztere versuche der KSC mit "blindem Aktionismus gegenüber allen Fans, dem Verband und den Sicherheitsbehörden zu zeigen, dass er sich der Probleme annimmt und diese beherrscht", so die Kritik der Supporters. Eine sachliche Aufarbeitung der Vorfälle in Stuttgart hat nach ihrer Auffassung bislang nicht stattgefunden. 

"Wir stellen fest, dass sich der Verein zu einer Kollektivstrafe gegen die sehr große Mehrheit der friedlichen Anhänger ausgesprochen hat und diese somit mit einzelnen Ausreißern über einen Kamm schert", heißt es weiter. Mit Spannung erwarte man auch die angekündigte Aktualisierung der Ticket-AGB - und hoffe, dass sich der Verein hierbei nicht selbst schade. "Der scheinbar gemeinhin als gewaltbereit bekannte Fan eines Fußballvereins findet im hauseigenen Shop mehr als einen Artikel, der sich zur Vermummung eignen könnte."

Vorfälle beim Derby noch in diesem Monat im Landtag?

Derweil könnte das Derby auch Thema im baden-württembergischen Landtag werden. Sascha Binder von der SPD-Landtagsfraktion erklärte, die Ausschreitungen beim Derby im Landtag zur Sprache bringen zu wollen. "Es stellt sich die Frage, ob die Profifußballvereine tatsächlich alles tun, um ihren präventiven Aufgaben zur Aufrechterhaltung der Sicherheit von Fußballspielen gerecht zu werden", so sein Vorwurf.

Nach eigener Aussage hat sich der SPD-Politiker mit Schreiben an die beiden Club-Präsidenten wie auch den Vorsitzenden des Innenausschusses des Landtags gewandt. Nach dem Willen Binders soll sich der Innenausschuss des Landtags in seiner Sitzung am 26. April mit der Angelegenheit befassen. 

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