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"Kriegsbanner" bei KSC-Spiel: Dresdner Ultras erklären sich
Karlsruhe
18.05.2017 12:34
Am vergangenen Wochenende sind hunderte Dynamo Dresden-Fans in Camouflage-Look durch die Stadt gezogen. Mit einem Banner wurde dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) der Krieg erklärt. Nun erklären die Ultras Dynamo in einem Standpunkt, was mit der Aktion bewirkt werden sollte.

Gleich zu Beginn ihrer schriftlichen Erklärung auf ihrer Webseite stellen die Ultras Dynamo klar, dass das Ziel der Mottofahrt nicht gewesen sei, Menschen zu verletzen. "Wir legen Wert auf eine Trennung zwischen dem Auftritt im Camouflage-Muster und unserer Provokation gegenüber dem DFB einerseits und dem Vorfällen am Eingang des Stadions", heißt dazu wörtlich im Standpunkt.

Weiter heißt es, man habe sich bewusst die Partie gegen den Karlsruher SC ausgesucht: "Als fünf Tage vor unserem Gastspiel in Karlsruhe der KSC zu einem 'Geisterspiel' verurteilt wurde, war für uns sofort klar, dass wir uns solidarisch zeigen müssen." Weiter heißt es: "Seitdem die Verhandlungen über Pyrotechnik seitens des DFB abrupt abgebrochen wurden, drehen sich der Verband sowie Vereine und Fans im Kreis." Es wird zudem kritisiert, dass es keine Lösungsansätze gebe, "wie man vernünftig mit der aktiven Fanszene in Deutschland umgeht."


KSC vs Dresden/ Fanmarsch I


 

Das Wort "Krieg" wurde bewusst gewählt

Da Videobotschaften an den DFB, Leserbriefe und Texte auf einer Homepage von den Verantwortlichen des Fußballbundes nicht beachtet würden, so die Kritik weiter, habe man sich bewusst für eine "größtmögliche Provokation" entschieden, "damit die Leute endlich kapieren, dass es so nicht weitergehen kann."

Dabei sei das Wort "Krieg" bewusst gewählt worden, um "die Überspitzung" darzustellen, "die es benötigt, damit unsere Situation wahrgenommen wird, als das was sie ist. Ein Kampf!" Konkret gehe es um die Tatsache, dass sich die "korrupten Verbände" die Taschen füllen würden, bei den Fans aber schon "kleinste Fehltritte mit drakonischen Strafen sanktioniert" werden. "Der DFB ist ein Staat im Staat mit seinen eigenen Regeln und Gesetzen, die er nach Herzenslust selber umgeht, bricht oder einfach ignoriert."


KSC vs Dresden/ Fanmarsch II


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