KSC vor dem Abstieg: Drohen am Samstag wieder Krawalle?
Karlsruhe
28.04.2017 18:34
Der Karlsruher SC trifft am Samstag (Anpfiff 13 Uhr) im Wildpark auf den 1. FC Kaiserslautern - es könnte das Spiel der endgültigen Entscheidung über den Abstieg sein. Mit einer Niederlage wäre Sturz in die 3. Liga für die Karlsruher offiziell. Zuletzt stieg der KSC 2012 ab - und Fans randalierten großflächig im Wildpark. Szenen, die sich wiederholen könnten? Wir haben mit den Supporters Karlsruhe über die aktuelle Situation gesprochen.

"Gegen Regensburg hat es uns damals in den letzten Minuten auf kaltem Fuß erwischt", erinnert sich Martin Löffler. Er ist Vorstand bei den Supporters Karlsruhe 1986 e.V., dem offiziellen KSC-Fan-Dachverband, die Situation. Zusammen mit dem zweiten Vorsitzenden Marco Fuchs ist er in die ka-news-Redaktion gekommen, um über das bevorstehende Südwestderby zu sprechen. 

"Gewisse Lethargie unter KSC-Fans"

Der Unmut und Frust mancher Anhänger habe sich 2012 nach dem Abstieg verselbstständigt, beschreibt Löffler die damalige Situation. Die Supporters-Vorsitzenden betonen im Gespräch mit ka-news, dass sie ein solches Verhalten nicht gutheißen. Auch von Szenen, wie man sie zuletzt beim Derby in Stuttgart zu sehen bekam, distanzieren sie sich. Wenn Böller und Raketen in Richtung Spielfeld fliegen, sei das nicht zu entschuldigen, so Fuchs.

Für Martin Löffler und Marco Fuchs sind die beiden Situationen von damals und heute aber nicht vergleichbar. Gemein sei dem Abstieg von 2012 und dem drohenden Abstieg in diesem Jahr, dass die Saison aus sportlicher Sicht äußerst schlecht gelaufen sei. Doch es gebe auch Unterschiede, betonen die beiden.

Supporters Karlsruhe
Marco Fuchs, zweiter Vorsitzender der Supporters Karlsruhe (l.) und Martin Löffler, erster Vorsitzender und Vorstand, haben mit ka-news über die Stimmung unter den KSC-Fans gesprochen. Bild: Ramona Holdenried

"Wie der Einzelne am Samstag beim Spiel gegen Kaiserslautern reagiert, kann man nicht vorhersagen", so der Supporters-Vorstand. Während man 2012 aber noch auf einen Klassenerhalt gehofft habe, sei der Abstieg des KSC in diesem Jahr bereits beschlossene Sache, entsprechend beobachte man eine gewisse Lethargie unter den KSC-Fans. Emotional sei die Situation am Samstag damit also eine ganz andere als 2012 gegen Regensburg, darin sind sich die Supporters-Vorstände einig. 

"Haben die Bilder gegen Regensburg noch vor Augen"

Die Polizei bereitet sich derweil für Samstag auf eine Partie mit einem "problematischen Fanverhältnis" vor, wie es Martin Plate, Leiter der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit bei der Karlsruher Polizei, beschreibt. Mehr als 900 Polizisten werden im Zuge des Südwestderbys im Einsatz sein. "Wir sind gut aufgestellt", versichert Plate am Tag vor der Begegnung im Wildpark. Ein Augenmerk der Karlsruher Polizei wird dabei auf der KSC-Geschäftsstelle liegen. Man habe die Bilder von 2012 noch vor Augen, so der Polizeisprecher. 


Fanausschreitungen nach dem KSC-Spiel

Karlsruher SC Karlsruher SC  - SSV Jahn Regensburg Karlsruher SC  - SSV Jahn Regensburg Karlsruher SC  - SSV Jahn Regensburg

Nach dem Abstieg des KSC in der Relegation gegen Jahn Regensburg war es 2012 zu Ausschreitungen rund um das Wildparkstadion gekommen. Unmittelbar nach Abpfiff des Spiels hatten Karlsruher Anhänger versucht, auf das Spielfeld zu stürmen. Zudem war es 150 Karlsruhern im Anschluss gelungen, in den gesicherten Bereich zu gelangen, wo sie offenbar die KSC-Geschäftsstelle und die Stadionwache stürmen wollten.

Hoffnung auf friedliches Derby

Unschöne Szenen gab es auch in den vergangenen Wochen von Anhänger des KSC: Beim Derby gegen den VfB kamen aus dem Gästeblock der Karlsruher mehrfach Leuchtkörper geflogen, zwei Mal stand das Spiel vor dem Abbruch. Die Reaktion auf die Zündeleien: drohende Geldstrafen, eine Sitzung im baden-württembergischen Landtag aufgrund der Vorkommnisse und Konsequenzen vonseiten des KSC.

Bei den Supporters Karlsruhe hofft man, dass das Südwestderby friedlich verlaufen wird. Die Rivalität zwischen dem KSC und Kaiserslautern sei anders zu bewerten als die Rivalität mit dem VfB Stuttgart, meint Löffler.  Dieser Hoffnung schließt sich auch Polizeisprecher Plate an. Für den Fall der Fälle sei man aber auf mögliche Szenarien vorbereitet. 

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