SV Sandhausen - Karlsruher SC
Der SV Sandhausen besiegte den Karlsruher SC mit 4:0.
Bild: Uwe Anspach
KSC-Schlappe gegen Sandhausen: "Das war der Tiefpunkt der Saison"
Karlsruhe
24.04.2017 11:15
Das 0:4 in Sandhausen (SVS) war der Tiefpunkt der Saison für den Karlsruher SC. Am Sonntag ergab sich der KSC kampflos. Von Moral bei den Karlsruher Akteuren kann keine Rede sein. Das sah auch Sportdirektor Oliver Kreuzer so.

"Die Art und Weise und die Höhe dieser Niederlage, das alles ist inakzeptabel. Das war der Tiefpunkt der Saison", so der KSC-Sportdirektor. Auf ein Aufbäumen des Teams nach dem unglücklichen 0:1 hoffte man vergebens. "Diese Saison ist verkorkst. Wir sind gut dabei, dann mache ich den Fehler und wir brechen zusammen", so die Analyse von KSC-Keeper Orlishausen, der mit einem Patzer die Führung der Gastgeber vorbereitet hatte. 

Mangelnde Qualität, fehlende Einstellung 

Man gewinnt den Eindruck, dass in diesem Kader einigen offenbar die nötige Einstellung und Qualität fehlen. Sowohl die meisten Akteure, die vor der Saison in den Wildpark gekommen sind, als auch die Winterneuzugänge erfüllen fast durchweg nicht die Erwartungen. Diese Fehleinkäufe führen nun vermutlich zum Abstieg. 

Die eingekauften Stürmer Stefan Mugosa und Oskar Zawada blieben bisher ihre Zweitligatauglichkeit schuldig, auch bei einem Gegner, der zuvor zehn Partien sieglos war. Ein Team, das in 30 Partien magere 21 Treffer erzielt, steigt ab.

KSC hat bei entscheidenden Duellen das Nachsehen 

Dabei kamen die Karlsruher ganz gut ins Spiel, versuchten durch Ballstafetten Sicherheit zu bekommen. Nach zehn Minuten hieß es 72,4 Prozent Ballbesitz für den KSC, auch weil nahezu jeder Pass nach hinten oder zum nächststehenden Teamkollegen gespielt wurde. Ballbesitz war daher meist mehr brotlose Kunst.

Die Zweikampfbilanz war anfangs gut: 66,6 Prozent nach einer Viertelstunde. Doch all das wurde schwächer. Der Ballbesitz lag am Ende des Spiels bei 57,6 Prozent. Bei den Zweikämpfe lautete die Bilanz beim Schlusspfiff: 51,3 Prozent pro KSC. Allerdings verloren die Karlsruher die entscheidenden Duelle allesamt. Elf Schüsse gaben die Bau-Weißen ab, vier trafen zwar das Tor der Gastgeber, im Netz zappelte keiner.

Passquote und Laufleistung reicht nicht aus

Bei den Fouls waren die Sandhäuser aktiver: 24 zu 16 pro Sandhausen lautete die Bilanz. Die Karlsruher foulten erstmals nach 25 Minuten. Bis dahin hatten SVS-Spieler schon neun Fouls begangen und eine gelbe Karte gesehen. Besonders bitter die Bilanz der KSC-Akteure bei Flanken. Zur Halbzeit hatten die Wildparkprofis sieben Flanken geschlagen, aber keine landete beim Mitspieler. Am Ende waren es magere 9,1 Prozent der KSC-Flanken, die beim Teamkollegen ankamen.

Der Spanier Jordi Figueras hielt sich meist aus den Zweikämpfen heraus. In den ersten 45 Minuten ging er fünf Mal in das direkte Duell mit einem Sandhäuser. Allerdings verlor er vier der insgesamt fünf Zweikämpfe. Es folgte die Auswechslung. 


KSC-Noten gegen Sandhausen

Dirk Orlishausen Charalambos Mavrias David Kinsombi Jordi Figueras

Abwehrkollege Benedikt Gimber brachte es immerhin auf 61,73 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Angreifer Erwin Hoffer verlor von 16 Duellen elf. Das bedeutet, dass 39,44 Prozent der Zweikämpfe vom Österreicher erfolgreich beendet wurden. David Kinsombi hatte die meisten Ballkontakte: 78.

Stürmer Stefan Mugosa lieferte mit 52 Prozent die schwächste Passquote ab. Nur jeder zweite Pass von Mugosa landete dort, wo er hin sollte. Yann Rolim schoss am häufigsten: drei Mal. Ein Treffer gelang dem Brasilianer, der in der dritten Liga nicht mehr für den KSC spielberechtigt ist, nicht. Rolim wurde sechsmal von einem Sandhäuser gefoult und damit mehr als jeder andere KSC-Profi. 

Kann der KSC Krebs nach dieser Saison halten?

Die Laufleistung des KSC-Teams war schwach. Zu 104,15 Kilometern standen 110,76 Kilometer der Gastgeber gegenüber. Auch bei den Sprints waren die Sandhäuser agiler. 192 Sprints von SVS-Akteuren standen 185 des KSC entgegen. Eigengewächs Matthias Bader sprintete 30 Mal und damit mehr als jeder Mannschaftskollege.

Der körperlich kleinste Akteur war in Sachen Einsatz und Engagement wieder einmal der Größte: Gaetan Krebs. Die Laufleistung von Krebs beläuft sich auf 10,77 Kilometer. Der Vertrag des Elsässers beim KSC läuft Ende Juni aus. Allzu viel Zeit darf sich der KSC nicht lassen, denn Krebs soll auch bei Racing Straßburg auf der Einkaufsliste stehen.

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