Ingo Wellenreuther
Karlsruhes Präsident Ingo Wellenreuther.
Bild: Thomas Eisenhuth/Archiv
KSC-Präsident verurteilt Verhalten der Dresdner Fans
Karlsruhe/Dresden
15.05.2017 14:25
KSC-Präsident Ingo Wellenreuther hat das Verhalten der Fans von Dynamo Dresden beim Zweitliga-Spiel gegen den Karlsruher SC verurteilt. «Das hat mit Fußball überhaupt nichts zu tun. Man kann sich auch die Frage stellen, ob solche paramilitärischen Aufmärsche überhaupt geduldet werden dürfen von staatlicher Seite», sagte Wellenreuther am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat die Ermittlungen aufgenommen. Fans von Dynamo waren am Sonntag zum größten Teil in Camouflage-Klamotten gekleidet, überrannten die Ordner am Stadioneingang und brachten dabei auch Pyro-Material ins Wildparkstadion.

"Vorläufig kann ich von unserer Seite kein Fehlverhalten erkennen", sagte Wellenreuther. "Unser Ordnungsdienst war der Situation angemessen postiert. Aber wenn ein paar hundert Menschen losrennen, kann man wenig machen." Er gehe dennoch davon aus, dass auch auf den KSC ein formales Verfahren des DFB zukomme.

Wellenreuther hofft, dass der von Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl geplante Sicherheitsgipfel für eine Verbesserung der Situation sorgt. "Da habe ich Hoffnung", sagte er. Strobl setzt sich für ein solches Treffen mit Vertretern von Vereinen, der Polizei und Fans ein, seit KSC-Anhänger im Derby gegen den VfB Stuttgart beinahe für einen Spielabbruch sorgten. "Da muss eindeutig was passieren, diese Auswüchse machen den Fußball in Deutschland kaputt", betonte Wellenreuther.

Der DFB hatte den KSC infolge der Krawalle in Stuttgart bereits mit einem Teilausschluss der Öffentlichkeit bestraft. Im letzten Heimspiel des Zweitliga-Absteigers gegen Dresden waren deswegen nur rund 6000 Zuschauer im Wildparkstadion.

Dynamo Dresden entschuldigt sich und kündigt Konsequenzen an

Der Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat sich nach den Ausschreitungen eines Teils seiner Anhänger bei den Geschädigten entschuldigt und Konsequenzen mit "nachhaltiger Wirksamkeit" angekündigt. In einer Stellungnahme erklärte Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge am Montag, man distanziere sich als Verein von jeder Form von Gewalt und verurteile auch Spruchbänder, die dazu aufrufen.

"Jede verletzte Person beim Fußball ist eine zu viel. Die verletzten Polizeibeamten, Ordner, Mitarbeiter und Fans bitten wir im Namen des Vereins um Entschuldigung. Allen Betroffenen wünschen wir gute Besserung", sagte Minge.

Michael Born, kaufmännischer Geschäftsführer des Vereins, kündigte für die kommenden Tage eine intensive Aufarbeitung gemeinsam mit allen beteiligten Sicherheitsträgern an. "Daraus werden wir entsprechende Konsequenzen und Maßnahmen für die Zukunft ableiten, die nachhaltige Wirksamkeit entfalten, aber gleichzeitig nicht zu einer weiteren Eskalation beitragen sollen", betonte Born.

Die Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses gegen Dynamo werde man unterstützen. "Die Ermittlung von Tätern und wirksame Prävention werden auch künftig im Zentrum unserer Bemühungen stehen. Die Vorkommnisse in Karlsruhe waren auf unserem Weg zweifelsohne ein Rückschlag", sagte Born.

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