KSC-Stadion Wildpark
(Symbolbild)
Bild: Peter Eich
Neues KSC-Stadion: Wie geht es jetzt weiter?
Karlsruhe
30.09.2016 07:00
Der Weg für ein neues Stadion im Wildpark ist frei: Nach der Zustimmung des Gemeinderats haben am vergangenen Sonntag auch die Mitglieder des Karlsruher SC grünes Licht gegeben. Im Oktober sollen die Unterschriften unter die Verträge gesetzt werden. Letzte, noch offene Punkte zwischen der Stadt als künftiger Eigentümerin und Bauherrin sowie dem KSC als künftigen Pächter sollen bis dahin geklärt sein.

Für Wirbel sorgten in der vergangenen Woche Unstimmigkeiten bezüglich eines Verhandlungsgesprächs zwischen der Stadt Karlsruhe und dem KSC unter der Leitung des IHK-Präsidenten Wolfgang Grenke. Es war die zweite Verhandlung der beiden Parteien unter Mediator Grenke, welcher als neutraler Vermittler in Sachen neues Stadion tätig ist.

Streit? Welcher Streit?

Am Sonntag war der Zwist schon beinahe wieder Vergangenheit - ungeklärte Punkte gibt es laut KSC-Präsident Ingo Wellenreuther nicht mehr. Nebenkosten, Beteiligungen am Verhandlungsverfahren, eine Liste von Punkten, die ohne den KSC nicht entschieden werden sollen, Parkplätze in Nähe der Haupttribüne sowie der genaue Pachtgegenstand - laut Wellenreuther alles "geklärte Punkte".

Vonseiten der Stadt klingt es ähnlich friedlich. Von Spannungen, Vorwürfen oder Uneinigkeiten keine Spur mehr. Ja, es gebe noch Punkte, die in einem letzten, anstehenden Abstimmungsgespräch geklärt werden müssen. Aber man sei zuversichtlich, den Zeitplan einhalten zu können. Dieser besagt: Notartermin mit Unterschreibung der fünf Verträge (Pacht- und Betreibervertrag, Mietvertrag über Freiflächen, Entwicklungsvertrag, Interiumspachtvertrag, Kauf- und Erbbaurechtsvertrag) soll im Oktober sein.

In einem Schreiben an den KSC-Präsidenten bekräftigte Oberbürgermeister Mentrup den ehrgeizigen Zeitplan: Er lädt die gemeinderätliche Kleine Kommission Wildparkstadion für den 14. Oktober ein. Um letzte, offene Punkte zu klären, sei man jederzeit zu Gesprächen auf der Arbeitsebene bereit, so das Stadtoberhaupt und spielte den Ball damit an den Karlsruher SC zurück. Ein erstes Treffen der beiden Parteien soll noch in dieser Woche stattfinden.

KSC übernimmt Grundsteuer

Bei der Grundsteuer wurde eine Obergrenze von 60.000 Euro im Jahr festgelegt, so Bernd Wnuck, Leiter des Presse- und Informationsamtes der Stadt Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news.de. Diese würde - so die Aussage des KSC-Präsidenten Wellenreuther - der KSC übernehmen. Wartungs- und Versicherungskosten stehen noch zur Verhandlung.

Geklärt ist, wie der KSC im Verhandlungsverfahren beteiligt werden soll: indirekt. Als Bauherrin und Eigentümerin wird die Stadt Karlsruhe die Verhandlungen mit den künftigen Bauträgern beziehungsweise Bietern führen. Der KSC hat die Möglichkeit, über die sogenannten Lenkungsgruppe, Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen. Die Lenkungsgruppe besteht aus entsprechenden Fachleuten der Stadt Karlsruhe und des KSC.

KSC sitzt bei Verhandlungen nicht am Tisch

Sollten unterschiedliche Einschätzungen zustanden kommen, die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit haben, so soll künftig eine dritte Meinung in Form eines Sachverständigen oder Gutachters hinzugezogen werden, bestätigt die Stadt im Gespräch mit ka-news.de. Weiterhin kann der KSC bei inhaltlichen Konkretisierungen, Festlegungen und Änderungen mitwirken: Aktuell wird zwischen den beiden Partnern verhandelt, wie die einzelnen Bestandteile der Funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) priorisiert werden sollen. 

Die FLB soll festlegen, welche Elemente bei der Ausschreibung unverzichtbar - unveränderbar - sind. Beispielsweise: Wie groß wird der Baukörper, wie ist das Fassungsvermögen und einzelne Bestandteile wie die Kabinen? Ist in gemeinsamer Absprache eine Priorisierung getroffen worden, werden die Bieterangebote  beurteilt und bewertet.

FLB statt klassischer Ausschreibung

Mit der FLB definiert der Auftraggeber - die Stadt Karlsruhe - die zu erbringende Leistung nach dem zu erreichenden Ziel und erstellt keinen detaillierten Leistungskatalog. Letzteres stellt den zentralen Unterschied zur klassischen Ausschreibung dar.

So werden sämtliche Leistungen für die Planung und Ausführung des sogenannten Vollumbau eines Fußballstadions für 35.000 Zuschauer (25.000 Sitz- und 10.000 Stehplätze) unter Spielbetrieb und der erforderlichen Verkehrs- und Freianlagen auf der Grundlage des tabellarischen Raumprogramms beschrieben. Was genau in der FLB steht, bleibt "aus vergaberechtlichen Gründen bis zur Veröffentlichung der Ausschreibung für die Öffentlichkeit unter Verschluss", so heißt es im aktuellen Sachstandsbericht.

Und was ist aus den Streitpunkten VIP-Stellplätze und Tiefgarage geworden? Beide Parteien gehen aktuell mit der Formulierung "weitere Stellplätze in, an oder unter der Haupttribüne" konform. "Man wird sich noch darüber unterhalten müssen, wie genau dieser Punkt gewichtet wird", so Wnuck auf Nachfrage. Wichtig sei, dass die vom Gemeinderat beschlossene Kostenobergrenze eingehalten werde. Weiterhin dürften definierte Grundanforderungen an das Stadion sowie der Zeitplan nicht gefährdet werden.

Aktuell gibt es noch keine genauen Termine für das finale Abstimmungsgespräch oder den Notar. Es wird sich zeigen, ob die harmonische Stimmung den kommenden Monat überdauert.

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