Ingo Wellenreuther KSC Versammlung
Bild: Reiff
KSC-Mitglieder stimmen für neues Stadion im Wildpark!
Karlsruhe
25.09.2016 18:35
Der Karlsruher SC hat am Sonntag seine jährliche Mitgliederversammlung abgehalten: Wichtige Punkte der Tagesordnung waren die Wahlen des Präsidiums, des Verwaltungsrats und die Entscheidung über ein neues Stadion. ka-news ist in der Stadthalle vor Ort und berichtete live über die Ereignisse.

+++ 18:35 Uhr +++

Die Mitgliederversammlung ist offiziell beendet.

+++ 18:33 Uhr +++

Bei den Neuwahlen des Verwaltungsrates wurden Bernd Bechtold, Dieter Hegele, Horst Marschall, Martin Müller, Hubert H. Raase, Gerhard Rastetter und Michael Steidl in das Kontrollgremium gewählt.

+++ 18:27 Uhr +++

Sportdirektor Jens Todt übernimmt das Wort. "Wir haben zweimal in Folge einen siebenstelligen Transfererlös erwirtschaftet", sagt er und freut sich. Dazu habe man acht Spieler im Kader, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen. "Das ist einmalig in der zweiten Liga."

+++ 18.14 Uhr +++

Die Mitglieder haben jeweils in Blockwahlen Vereins- und Ehrenrat gewählt, ebenso die Revisoren. Dazu wurden die Abteilungsleiter einstimmig bestätigt.

Als Präsident Wellenreuther ans Mikrofon tritt, um sich noch einmal bei seinem ehemaligen Vize Georg Schattling für seine Arbeit zu bedanken, gibt es erneut stehende Ovationen.

+++ 18 Uhr +++

Nach der gewünschten  Vorstellung der zu wählenden Verwaltungsrat-Mitglieder, wird das Ergebnis des neuen Präsidiums verkündet. Die Wahl des Vize-Präsidenten Günter Pilarsky geht 431 Ja-Stimmen (rund 98 Prozent) aus. Pilarsky: "Ich nehme die Wahl an und danke Ihnen für das Vertrauen."

Als Nachfolger von Georg Schattling wird Holger Siegmund-Schultze als zweiter Vize-Präsident mit 360 Ja-Stimmen (rund 88 Prozent) von den KSC-Mitgliedern gewählt.

+++ 17.35 Uhr +++

Das vorläufige Endergebnis für die Wahl des KSC-Präsidenten Ingo Wellenreuther beträgt: 368 Ja-Stimmen (rund 87 Prozent). "Ich nehme die Wahl an und danke Ihnen allen für das Vertrauen", so alter und neuer Präsident Ingo Wellenreuther. Es folgt die Wahl des Verwaltungsrats.

+++ 17 Uhr +++

Bei einer Enthaltung wird das Präsidium entlastet. Einstimmmig wird auch der Verwaltungsrat entlastet.


+++ 16.48 Uhr +++

Die Abstimmung der Mitglieder ist einstimmig - wie Wellenreuther feststellt wird ohne Gegenstimmen für einen Stadion Neubau am Standort Wildpark gestimmt. Es folgt minutenlanger Applaus und Standing Ovations. Nach diesem korrigiert Wellenreuther: "Es gibt eine Gegenstimme. Ich kann Ihnen versichern, dass wir innerhalb des Vereins keine verrückten Sachen machen." Man sei zu einem Kompromiss gelangt, der fast am Ende ist, so Wellenreuther und dankt dem Votum der Mitglieder - eine "ganz wichtige Sache".

Zugestimmt wurde im Wortlaut der folgenden Beschlussvorlage: "Die Mitglieder ermächtigen das Präsidium, die Verträge über den Bau des Neuen Stadions im Wildpark mit der Stadt abzuschließen und zu unterschreiben. Dies geschieht auf Grundlage

  • der bei der ordentlichen Mitgliederversammlung am 25. September 2016 vorgestellten Präsentation
  • der Ergebnisse der Mediationsgespräche unter der Leitung von Herrn IHK-Präsidenten Wolfgang Grenke vom 11. August 2016 und 19. September 2016
  • der Erläuterungen des Präsidiums zu den noch offenen Punkten
  • der auf Arbeitsebene noch zu klärenden Sachverhalte"

+++ 16.41 Uhr +++

Eine weitere Frage: Wie wird gerechnet, dass mit Ticketeinnahmen 6,7 Millionen Euro im neuen Stadion erzielt werden können? Diese wird von Seiten des KSC wie folgt beantwortet: Man rechne im Schnitt mit 22.000 Zuschauern bei einem durchschnittlichen Ticketpreis von 17 Euro, erklärt Holger Siegmund-Schütze vom Verwaltungsrat.

Ob das nicht motiviert sei, raunt es durch die Stadthalle - "nein", sagt Wellenreuther. Man müsse die erwarteten, positiven Auswirkungen eines neuen Stadions berücksichtigen. Hier rechnet man mit steigenden Zuschauerzahlen, welche gerne das neue Stadion besuchen - im Gegensatz zur "alten Schüssel aus 1955", wie Wellenreuther das aktuelle Stadion bezeichnet.

Auf Nachfrage räumt Schattling mit Spekulationen über seinen Rücktritt auf: "Es hat mit dem Stadionbau nichts zu tun. Ich stehe voll zu dem, was wir in den letzten drei Jahren gemacht haben und zwar uneingeschränkt."

+++ 16.32 Uhr +++

Eine Frage betrifft Mietzahlungen, die angeblich nicht an die Stadt gezahlt werden konnten - wenn diese existierten, wie hoch diese wären? Wellenreuther bezeichnet die säumigen Mietzahlungen als "Running Gag".

"Wir haben momentan keine Verpflichtungen, die wir gegenüber der Stadt Karlsruhe nicht erfüllen", sagt der Präsident. Man müsse zwischen säumiger Miete und Mietverzichten unterscheiden. Letzteres sei in der Vergangenheit mit der Stadt Karlsruhe vereinbart worden.

Das bedeutet: Sollten Bilanzgewinne verzeichnet werden - soll heißen, der KSC verzeichnet kein negatives Eigenkapital mehr und erwirtschaftet in einem Geschäftsjahr Gewinne - müssen diese Verzichte zurückgezahlt werden. Diese betragen laut Wellenreuther aktuell rund 2,4 Millionen Euro.

Hier gibt Wellenreuther Entwarnung: "Wir sind jedoch noch dabei, unser negatives Eigenkapital abzuarbeiten." Daher gibt es keine nicht gezahlten Mieten.

Eine erneute Nachfrage aus dem Publikum zielt auf den Fall ab, sollten diese Verzichte in Höhe von 2,4 Millionen Euro zusätzlich zu den angesetzten 2,2 Millionen Euro jährlichen Pachtzahlungen ab 2019 fällig werden. "Ist berücksichtigt im Businessplan", so Wellenreuther. Dennoch gibt er zu, dass der Business-Plan "brutal ehrgeizig" angesetzt ist.

+++ 16.22 Uhr +++

Der Präsident appelliert an die Versammlung, dass ein starkes Zeichen und ein Signal von Seiten des Vereins gesetzt werden müsse. Die Fragerunde beginnt.

+++ 16.19 Uhr +++

Der Rahmenterminplan legt einen Baubeginn im Herbst 2017 mit dem Abriss der Haupttribüne fest. Die Bauzeit soll zirka 24 Monate betragen. Dies habe vor allem mit dem Schutz von Fledermäusen zu tun, daher könnten die Baumaßnahmen nur zu diesem Zeitpunkt starten - "aus unserer Sicht könnte das schneller gehen", so Wellenreuther.

+++ 16.15 Uhr +++

Offene Punkte, die es noch zu klären gilt, werden vorgestellt: Wer trägt die Nebenkosten (Wartung, Versicherung und Grundsteuer)? Dies ist laut Wellenreuther bereits gelöst, der KSC übernimmt die Grundsteuer.

Wie ist der KSC im Verhandlungsverfahren beteiligt? Wie kann der KSC bei inhaltlichen Konkretisierungen, Festlegungen und Änderungen mitwirken? Auch dies sei laut KSC geklärt - ein Sachverständiger soll eingeschaltet werden, sollten sich Änderungen ergeben, welche mit erhöhten Kosten für den KSC verbunden wären.

Weiterhin wurde eine Liste von unabänderbaren Punkten ausgearbeitet, bei denen die Stadt nicht ohne KSC entscheiden kann: Als Beispiel führt Wellenreuther die Größe des Stadions an. "An diesem Punkt haben wir uns im Prinzip bereits geeinigt", so der Präsident. Die Liste werde aktuell von der Stadt geprüft.

Wie verhält es sich mit den weiteren Stellplätzen in, an oder unter der Haupttribüne? "Wir haben uns bereits einvernehmlich auf eine Formulierung geeinigt", so Wellenreuther, es gehe nicht mehr konkret um eine Tiefgarage, sondern um eine festgelegte Anzahl von Stellplätzen.

Wie ist der Pachtgegenstand definiert? Auch hier gebe es laut Wellenreuther keine Unstimmigkeiten zwischen Stadt und KSC - von der Stadt werden gerade Überlegungen angestellt, ob noch eine Ergänzung - zum Beispiel des Busparkplatzes - stattfinden soll.

+++ 16 Uhr +++

Wellenreuther informiert über Fläche, Pachtzahlungen, Beteiligungen der Stadt und die Vergabe des Namensrechtes an die Stadt. Die Pacht sei "objektiv nicht wenig" - wie will man diese bedienen?

Das Präsidium erklärt die wirtschaftliche Ausrichtung: Durch Ticketeinnahmen aus Public, Hospitality, Werbeeinnahmen im Stadion und aus Merchandise sowie Catering in Höhe von 13,4 Millionen Euro. Die Ausgaben liegen bei insgesamt 7 Millionen Euro (Pachtzahlungen, Personalkosten Betriebsgesellschaft, Stadionkosten, Kosten Hospitality).

Diese Verträge sind noch abzuschließen: Pacht- und Betreibervertrag (regelt wechselseitige Pflichten der Stadt und des KSC bezogen auf den Betrieb des neuen Stadions), Mietvertrag über Freiflächen (regelt wechselseitige Rechte und Pflichten der Stadt Karlsruhe und des KSC bezogen auf Freifläche des Geländes, Stadionkörper ausgenommen), Entwicklungsvertrag (regelt Konkretisierungen und Festlegungen der Planung des Stadions festgehalten), Interimspachtvertrag (trifft Übergangs- und Anschlussregelungen bis zum Beginn des Pacht- und Betreibervertrags), Kauf- und Erbbaurechtsvertrag (Anlage zum Pachtvertrag, ermöglicht Verein, Eigentümer des Stadions zu werden).

+++ 15.59 Uhr +++

Bevor es an den Sachstand geht, äußert sich Präsident Wellenreuther zum medialen Schlagabtausch zwischen KSC und der Stadt Karlsruhe in der vergangenen Woche. Das Vertrauen in die Stadtverwaltung sei enttäuscht worden, so Wellenreuther, "wir sehen aber keinen Grund darin, deshalb die Nerven zu verlieren. Es ist einigermaßen absurd, dass dies die Stadtverwaltung tat."

Er spricht damit die von der Stadtverwaltung einberufene Pressekonferenz am Freitag an - zu dieser findet Wellenreuther klare Worte: "Diese öffentlich erzeugte Aufregung war leider politisch inszeniert und inhaltlich ohne jede Substanz." Es habe von Seiten der Stadt keine konkret benannten Vorwürfe gegen den KSC gegeben, sondern lediglich "pauschale Beschimpfungen".

"Es war aus unserer Sicht ein Foul-Spiel", sagt Wellenreuther und dennoch: "Wir empfehlen Ihnen, den getroffenen Vereinbarungen, die wir Ihnen später zeigen, zu zustimmen." Man sei sich sicher, dass im Oktober die neuen Verträge in Sachen Stadion unterschrieben werden können.

+++ 15.49 Uhr +++

"Seit drei Jahren führen wir Intensiv-Verhandlung mit der Stadt Karlsruhe zu einem neuen Stadion", leitet Wellenreuther den Sachstand zum vorgezogenen Tagesordnungspunkt 22, Neues Fußballstadion im Wildpark, ein. Aktuell sind 580 KSC-Mitglieder in der Stadthalle, davon 565 stimmberechtigt. Zwischenzeitlich entlässt das Präsidium die KSC-Mannschaft, welche bislang der Versammlung beiwohnte - es bleiben Kapitän Dirk Orlishausen und Martin Stoll.

+++ 15.41 Uhr +++

Georg Schattling bedankt sich für die gute Zusammenarbeit bei Mitgliedern der Geschäftsstelle, beim Verwaltungsrat, dem Präsidium, den Supporters, den Ultras und dem Fanprojekt. Für seine Abschiedsworte erhält Schattling langen Applaus und Standing Ovations.

Standing Ovations KSC

+++ 15.37 Uhr +++

Georg Schattling stellt die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahrs ( 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016) dar. 2015/16 konnte ein Jahresüberschuss von über zwei Millionen Euro erwirtschaftet werden. Trotz des positiven Ergebnisses mahnt Schattling: Der Abschluss zeige deutlich, dass mit einem maroden, nicht konkurrenzfähigen Stadion keine, beziehungsweise nur wenige positive Erträge erwirtschaftet werden könnten. 

Die Lizenz für die laufende Saison habe man ohne Probleme erhalten. Im operativen Ergebnis habe man eine Verbesserung von über zwei Millionen Euro erzielen können. Ursprünglich hatte der KSC mit einem Plus von 24.000 Euro kalkuliert. Damit nahm noch einmal das Minus beim Eigenkapital deutlich ab. Aktuell haben die Badener hier "nur" noch ein Minus von 2,4 Millionen Euro. Den Erträgen von 26,8 Millionen Euro stehen demnach Aufwendungen in Höhe von 24,6 Millionen Euro entgegen.

Mehr Details zur KSC-Bilanz gibt es in einem weiteren Artikel.


+++ 15.12 Uhr +++

Wellenreuther verkündet: Mit 7.310 Mitgliedern habe der KSC den höchsten Mitgliederstand seit 1962. Rückblickend schaut Wellenreuther positiv auf Neuerungen im Ticketverkauf. Verlegtes VIP-Zelt, vergrößerte Fernsehaufstellfläche und neuer Caterer beim Clubhaus seien nur einige räumliche Veränderungen der letzten Jahre.

Der KSC-Präsident äußert sich zum  Thema Ticketpreise : "Unser klares Ziel war, die Auslastung der Zuschauer im Wildpark zu erhöhen", so Wellenreuther. Daher habe man einen externen Experten hinzugezogen. Der Vorteil des Systems sei, dass man nicht vor Saisonende festlege, was ein Spitzenspiel sei - "ein atmendes System". Man sei überzeugt, Bedürfnissen der Zuschauer auf diese Weise besser entgegen zukommen.

+++ 15 Uhr +++

Gute Nachrichten für den Verein: Man schreibe zum zweiten Mal in Folge schwarze Zahlen, so Wellenreuther. Zu verdanken habe man das auch guten Transferzahlungen. "Sie wissen, dass die Verluste des Vereins nicht aus dem Lizenzbereich kommen", sagt Wellenreuther. Es sei jedoch gut investiertes Geld, denn es fließe hauptsächlich in die Jugendarbeit. Genauere Zahlen soll später Georg Schattling verkünden. Für das kommende Geschäftsjahr sei ein leichter Verlust zu erwarten.

+++ 14.54 Uhr +++

Wellenreuther gibt einen Überblick über die Spieler-Transfers im Rahmen des allgemeinen Jahresberichts des Präsidiums. Weiterhin wiederholt er die drei Saisonziele des Vereins: Erstens attraktiven Fußball spielen, damit die Zuschauer gerne ins Stadion kommen. Zweitens kein Team, das einen geringeren Etat als der KSC hat, soll am Saisonende vor den Blau-Weißen stehen. Und zuletzt: Den Verein "aus der Landeshauptstadt" - den VfB Stuttgart - will man hinter sich lassen. Mit dem aktuellen Tabellenstand zeigt sich Wellenreuther zufrieden - "7 Spiele gespielt, 7 Punkte geholt."

+++ 14.42 Uhr +++

KSC-Präsident Ingo Wellenreuther stellt 520 KSC-Mitglieder im Saal der Stadthalle fest, 506 davon sind stimmberechtigt. Das Präsidium unterstützt ein Anliegen der Supporters Karlsruhe 1986: Nach Tagesordnungspunkt 9 soll der Tagesordnungspunkt 22 - die Entscheidung über ein neues Fußballstadion - vorgezogen werden. Die Aussprache zum Stadionneubau soll auf eine Stunde begrenzt werden.


KSC Mitgliederversammlung


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