Wildpark aus der Luft
Das Wildparkstadion aus der Luft. (Archiv)
Bild: ka-Reporter: Eich
Stadion-Neubau trotz 3. Liga: Stadt hält weiter an Planung fest
Karlsruhe
16.05.2017 07:00
Mit dem Abpfiff des letzten KSC-Spiels am kommenden Sonntag gegen Braunschweig endet die laufende Saison. Doch nicht erst jetzt - sondern schon seit Ende April - ist der Abstieg in die dritte Liga bittere Gewissheit. Seitdem steht für die Grünen fest: Die Planungen für den Neubau des Wildpark-Stadions müssen angepasst werden. Die Stadt Karlsruhe ist jedoch anderer Meinung.

Dass der KSC in der kommenden Saison Drittligist sein wird, ist schon lange klar. Auch die bevorstehenden Konsequenzen und Veränderungen - zum Beispiel in finanzieller Hinsicht - sind weitestgehend bekannt. So wird es in der Saison 2017/18 unter Leitung von Trainer Marc-Patrick Meister beispielsweise weniger Einnahmen aus den Fernsehrechten geben. Des Weiteren werden auch beim Ticketverkauf oder bei den Sponsorengeldern Einbußen erwartet.

Für die Grünen-Gemeinderatsfraktion sind all diese Veränderungen Grund genug, die Pläne für den Neubau des Wildpark-Stadions anzupassen und dadurch auf das Notwendigste zu reduzieren.

"Zunächst soll nur die Gegentribüne gebaut werden"

Bedenklich findet die Fraktion jedoch nicht nur die zukünftige finanzielle Situation des KSC. Ein Problem sieht diese vor allem in der sportlichen Leistung der Mannschaft auf dem Platz. Nach Ansicht der Grünen ist ein direkter Aufstieg eher unwahrscheinlich: "Deshalb ist eine Reaktion auf den aktuellen sportlichen Zustand des einzigen möglichen Nutzers des Wildpark-Stadions unausweichlich."



Konkret heißt das: Nur der notwendige Neubau der Gegentribüne solle angegangen werden. Weiter solle der Neubau der Haupttribüne erst dann begonnen werden, wenn er angesichts der sportlichen Situation wirtschaftlich darstellbar sei. Falls die Mannschaft länger in der dritten Liga bleibe, würde dann ein wirtschaftliches Desaster verhindert werden können.

Neues Fußballstadion ist "äußerst komplexes Infrastrukturvorhaben"

Die Stadt ist da jedoch anderer Meinung: Beim Projekt "Neues Fußballstadion im Wildpark" handle es sich nach den Angaben der Verwaltung um ein "äußerst komplexes Infrastrukturvorhaben". Bei einer solchen Verfahrensdauer sei es beinahe unmöglich auf kurzfristige Entwicklungen wie einen Abstieg in die 3. Liga zu reagieren.

"Sollte man das Verfahren jetzt zum Stillstand bringen und zu einem späteren Zeitpunkt erneut anstoßen, sobald der KSC wieder in die zweite oder gar erste Liga aufsteigt, würde es sich noch einmal über mehrere Jahre in die Länge ziehen", erklärt die Stadt.

Die Option der Erhaltung der Haupttribüne sei bereits geprüft und im Gemeinderatsbeschluss vom Oktober 2014 dargestellt worden. Sicherheitsmängel innerhalb der Haupttribüne und bauliche und technische Mängel am Gebäude seien zwei von insgesamt fünf Defiziten, die schon damals gegen diese Möglichkeit gesprochen hätten.

Hinzu kämen nach den Angaben der Stadt auch Probleme auf juristischer Ebene: "Bei einer Modifizierung des Projektes zu diesem Zeitpunkt, an dem das "Gesamtpaket" in Form der funktionalen Leistungsbeschreibung (FLB) bereits ausgeschrieben ist, ist mit Klagen zu rechnen." Die FLB regelt welche Elemente bei der Ausschreibung des Stadion-Neubaus unverzichtbar sind.

Hinterfragungen der Pläne teilweise möglich

Der Ausbau der Infrastruktur hingegen bringt den Grünen jedoch ein wenig Zuversicht. Zentrale Frage ist dabei, ob geplante Maßnahmen im aktuellen Zeitrahmen nötig seien. Die Stadt beschreibt die Situation zunächst ähnlich: Da es sich auch hier um längerfristige Projekte handelt, könne nicht kurzzeitig reagiert werden. Doch hier wären Änderungen teilweise denkbar, denn "die Maßnahmen des Infrastrukturpakets unterliegen dem Kostenkontrollverfahren der Stadt Karlsruhe und werden damit im Einzelnen noch einmal in den zuständigen gemeinderätlichen Gremien behandelt und zur Abstimmung gestellt", beschreibt die Stadt.

So wäre es beispielsweise hinsichtlich des Verkehrskonzeptes "Motorisierter Individualverkehr" möglich, "die vorgesehene Anzahl der Stellplätze bei einem dauerhaften Verbleib des Vereins in Liga 3 noch einmal zu hinterfragen", so die Stadt. Gleiches gälte auch für den Punkt "Standort und Sicherheit": Hier wären Einsparungen - zum Beispiel im Bereich der Gästeaufstellfläche - denkbar. Diese könnte aufgrund der Ligazugehörigkeit kleiner als zunächst vorgesehen angelegt werden.

All dies wird von der Stadt derzeit jedoch nicht empfohlen. Konkrete Entscheidungen fallen erst in der nächsten öffentlichen Sitzung am Dienstag, 23. Mai. Der Gemeinderat wird sich dann erneut mit dem Thema auseinandersetzen. ka-news berichtet wie immer live.

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