Lüppo Cramer und Eberhard Fischer
Lüppo Cramer und Eberhard Fischer von der Karlsruher Liste
Bild: ps
KSC-Stadiondebatte: KAL will Wildpark stufenweise sanieren
Karlsruhe
29.08.2013 15:34
Erst am Mittwoch forderte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei seinem Besuch in Karlsruhe den Bau eines konkurrenzfähigen Stadions für den Karlsruher SC. Nicht ganz so einfach finden das Lüppo Cramer und Eberhard Fischer von der Karlsruher Liste (KAL). In einem Antrag fordern sie nun eine Prüfung des Kostenrahmens, die Offenlegung der finanziellen Situation des KSC sowie eine erweiterte und stufenweise Sanierung des Wildparks. Hauptsache "es bewegt sich etwas".

"Die Standortfrage ist die unwichtigste aller Fragen", erklärte Lüppo Cramer beim Vor-Ort-Termin am Donnerstagvormittag. Es gehe vielmehr darum, dass sich endlich etwas bewege in Sachen Stadionfrage. Der Prozess, den Oberbürgermeister Frank Mentrup angeleiert habe, sei nun zu Ende. Die Reaktion des KSC konnte man in dessen "Klartext"-Statement lesen. "Es sieht zwar aus, als würde sich etwas tun, aber wir sehen da nichts."

"Standort kann nur der Wildpark sein"

Für die KAL steht indes fest, dass der KSC auch weiterhin im Wildpark auf heimische Torjagd gehen wird. "Entgegen vieler Behauptungen ist der Wildpark sicherheitstechnisch unbedenklich und kann jederzeit aktiv bespielt werden", so Eberhard Fischer. "Ob man mit dem Stadion nun zufrieden ist, ist eine andere Frage." Dass es einige Veränderungen im Wildpark geben müsste, schon allein um die Auflagen der DFL zu erfüllen, sei unbestritten. "Wir schlagen darum eine erweiterte Sanierung vor, bei der das Stadion stufenweise erneuert wird." Eine "erweiterte Sanierung" meine in diesem Fall die 2008 beschlossenen Sanierungen weiterzuführen und um neue Punkte zu erweitern. Dieses Prinzip sei in einigen Profiteams bereits erfolgreich umgesetzt worden.

Eine stufenweise Sanierung würde auch den Tausch der Fanbereiche vorsehen. Die Gästefans könnten in den Nordbereich umgesiedelt werden, da hier genügend Raum für die Schaffung neuer Parkplätze bestehe, die von den Gästen genutzt werden könnten. Fischer findet jedoch wenig Gefallen daran, wie die Gäste "eingesperrt" würden: "Diese Zäune und die Bewachung durch die Polizei schüren doch Aggressionen nur zusätzlich." Er könnte sich Gespräche mit den heimischen KSC-Fans vorstellen, in denen man mögliche Konzepte bespricht, um dies anders zu regeln.

Bis es zu einer möglichen Sanierung kommen kann, müssten zunächst andere Fragen geklärt werden. Besonders wichtig sei hierbei die finanzielle Situation des Vereins: "Wir verlangen einen Einblick in die finanzielle Situation des KSC und fordern den Verein auf, ein tragfähiges Wirtschaftskonzept vorzulegen." Bemängelt wird vor allem, dass die Stadionmiete nur unzureichend gezahlt werde und bisher vom Verein keine Signale kamen, wie das in Zukunft zuverlässiger geschehen könne. "Alle Verhandlungen und Planungen machen keinen Sinn, solange wir nicht wissen, ob und wie der KSC überhaupt mitgehen kann", sagte Cramer. Auch die genauen Vorstellungen und Ansprüche des KSC an einen Umbau müssten geklärt werden.

"Kein Multifunktionsstadion für Karlsruhe"

Weiterhin solle die Stadtverwaltung dem Gemeinderat einen aktuellen "Investitionsplan" vorlegen, in dem die Finazierung aller größeren Projekte dargelegt werde. Auch das Interesse des KIT am Areal des Wildparks müsse geklärt werden. Erst nach Abschluss all dieser Punkte sei an eine Planung des Umbaus zu denken, heißt es im Antrag der KAL Gemeinderatsfraktion.

Viele Dinge könnten auch jetzt schon in Angriff genommen werden, betonte Cramer. Beispielsweise könne die Parkplatzsituation durch einen Ausbau schon verbessert werden. Fischer wies auf die beschädigten Bäume auf dem Birkenfeldparkplatz hin: "Die Bäume sind alle kaputt, den Platz könnte man für eine Parkpalette nutzen." Diese dürften selbstverständlich nicht höher als die umstehenden Bäume sein. Möglicherweise seien für erste Schritte auch die vom Land bereit gestellten 11 Millionen Euro verfügbar, so Cramer weiter.

Abschließend erklärte Fischer noch einmal, dass es aus Sicht der KAL in Karlsruhe kein Multifunktionsstadion geben soll. "Der KSC bleibt auch weiterhin alleiniger Nutzer." Bei einer stufenweisen Sanierung sei es durchaus auch denkbar, dass der Verein Teile des Stadions kaufe. Wichtig sei dazu den Fans zu signalisieren, dass das Stadion auch ihnen gehöre. Zu diesem Zweck müsse der Verein auch mit den Fans selbst ins Gespräch kommen und sie fragen, was sie unter einem "fanfreundlichen" Stadion verstünden. Er persönlich wünsche sich, dass "jeder Stadionbesucher keine 25 Meter bis zum nächsten Wurststand hat". Ähnlich wie in den großen Stadien.

Mehr zum Thema:
KSC-Stadion:
86 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen

Loggen Sie sich ein, um einen Kommentar zu schreiben!

Falls Sie noch nicht registriert sind, können Sie sich mit "Registrieren" ein kostenloses Benutzerkonto anlegen.