Dennis Kempe
Dennis Kempe
Bild: fu-sportfotografie
KSC-Verteidiger Kempe: "Wir werden bald auch das nötige Glück haben"
Karlsruhe
14.12.2016 08:41
Drei Wochen nach seinem Muskelfaserriss kehrte Dennis Kempe in Dresden in die Startelf des Karlsruher SC zurück. Der Linksfuß kam auf der ungewohnten Position in der Dreierkette zum Einsatz und spielte richtig gut. Kempe gewann die meisten seiner Zweikämpfe, sowohl am Boden wie auch in der Luft. Mit dem Verteidiger sprach Peter Putzing.

Herr Kempe, waren Sie überrascht, sofort nachdem Sie die Muskelverletzung überwunden hatten, wieder in die Startelf zu rücken?

Der Trainerstab kam zu der Überzeugung, dass ich helfen könnte. Der Trainer war der Meinung, dass wir gerade in unserer momentanen Situation im Defensivbereich etwas Ruhe und Erfahrung brauchen würden. Man hat mich gefragt, ob ich mir einen Einsatz nach drei Wochen Pause zutrauen würde, ich habe mich gut gefühlt – und dann gespielt. Wenn ich helfen kann, dann spiele ich….

Aber komplette 90 Minuten – das war nicht ohne Risiko, sich erneut zu verletzen.

Stimmt, es ist nicht optimal nach so einer Pause so lange zu spielen, denn es besteht da ein kleines Restrisiko. Aber es war nötig und ging gut.

Das heißt: Keine erneuten Probleme?

Keine, alles im grünen Bereich. Es ist alles okay.

Interimscoach Lukas Kwasniok hat auf Dreierkette umgestellt, hat kopfballstarke Akteure ins Zentrum gestellt. Ein Schachzug der gelungen ist.

Er hat einige unserer Schwächen aus den letzten Wochen erkannt. Da waren wir bei langen und hohen Bällen im Zentrum nicht so eng gestanden, ließen dem Gegner erste und zweite Bälle. Durch die Dreier- bzw. Fünferkette haben wir es geschafft, dass Dresden lange nicht eine gute Gelegenheit bekam. Und wenn doch - dann hat René (Vollath, Anm. d. Red.) sensationell gehalten. Man hat gesehen, dass jeder wusste, was zu tun war, um eine stabile Defensivleistung abzuliefern. Unser Hauptaugenmerk war: Sicher stehen. Wir haben versucht über Konter oder einen Standard zum Erfolg zu kommen…

Das gelang nicht. Das bemängelte Kwasniok, der daran in dieser Woche arbeiten will. Am Umschaltspiel und an den Standards.

Daran müssen wir arbeiten und das wollen wir auch. Aus diesem Grund haben wir in dieser Woche mehr Trainingseinheiten angesetzt, um eben konsequent an diesen Schwächen zu arbeiten. Wir haben uns gegen Dresden defensive Sicherheit erarbeitet, darauf lässt sich aufbauen.

In der Innenverteidigung haben Sie zwar schon öfters gespielt, aber die Dreierkette ist etwas anderes, machte ihnen aber keinerlei Probleme.

Ich kannte das auch schon aus meiner Zeit unter Trainer Rainer Scharinger. Da habe ich hin und wieder in der Dreierkette agiert. Das hat damals schon gut funktioniert. In diesem System haben wir uns gegen Dresden Sicherheit erarbeitet. Ein neuer Trainer, ein neues System - dafür haben wir das ganz gut gemacht. Daher bin ich gegen Braunschweig zuversichtlich… 

Heißt zuversichtlich: Der KSC gewinnt gegen Braunschweig?

Ich traue uns das zu. Wir wollen wieder die alte Heimstärke zeigen, den Negativlauf beenden. Wir sind nicht euphorisch, aber top motiviert. Die Konzentration zeigen wie in Dresden, dann - vor allem im Spiel nach vorne - noch eine Schippe drauflegen, dann ist das machbar. Braunschweig ist Favorit, das ist nicht schlecht für uns. Auf den Platz gehen, alles raushauen, Punkte holen und dann in Urlaub gehen. So muss das sein. Nochmals: Ich bin davon überzeugt, dass wir gegen Braunschweig gewinnen können. Auch weil ich weiß, dass uns die Fans pushen werden. Wir werden bald auch das nötige Glück haben. Auch weil jeder kapiert hat, dass eine einzelne, kleine Situation entscheidend sein kann.

Kwasniok trägt nur für zwei Spiele die Verantwortung, zudem ist er erst 35 Jahre als – Sie sind 30. Ist das nicht komisch? Hat man vor so einem Trainer Respekt?

Wir arbeiten auf der Basis von gegenseitigem Respekt und Vertrauen gut  zusammen. Man kann seine Handschrift erkennen, kann sehen was er vorhat. Als er uns mit Euphorie seine Idee von der Umstellung auf Dreierkette erklärte, dachte jeder: Das könnte wirklich gut funktionieren. Er geht auf jeden Spieler ein und hat uns gesagt, dass er uns in den paar Einheiten nicht das Fußballspielen beibringen kann, und dass das ihm klar ist. Aber: Er gibt uns einen Rahmen. Für mich spielte das Alter keine Rolle.
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