Dennis Kempe
Dennis Kempe
Bild: Caro Reisenauer
KSC-Verteidiger Dennis Kempe: "Ich bin felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt"
Karlsruhe
23.02.2017 07:00
Dennis Kempe durchlebte zuletzt ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst war er stolz und glücklich, denn er wurde für seinen Treffer gegen Bielefeld zum "Torschützen des Monats Januar 2017" gewählt. Doch dann musste er eine bittere Heimniederlage gegen Union Berlin hinnehmen, die den Karlsruher SC immer weiter in Richtung Abstieg brachte. Mit Kempe sprach Peter Putzing.

Herr Kempe, Gratulation zur Wahl zum Torschützen des Monats.

Vielen Dank. Diese Wahl hat mich sehr gefreut.

Haben Sie sich selbst gewählt?

Nein. Aber ich weiß, dass viele Freunde und die komplette Familie mich nicht nur gewählt haben, sondern auch die Werbetrommel für mich gerührt haben.

Sie kennen das Gefühl in die dritte Liga abzusteigen, mussten das 2012 schon einmal mit dem KSC erleben. Jetzt könnte den KSC das gleiche Schicksal ereilen. Erkennen Sie Parallelen zu damals?

Überhaupt nicht. Da gibt es keine Vergleiche. Damals hatten wir eine Truppe, die nicht den Teamgeist hatte, so wie das jetzt der Fall ist. Klar spiegelt die Tabelle unsere kritische Lage wider. Aber: Ich kann nicht erkennen, warum uns der Klassenerhalt nicht gelingen sollte. Sicher, wir müssen mehr punkten. Aber wir dürfen nicht in Hektik verfallen, alles und jedes hinterfragen. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was funktioniert, dazu einiges verbessern. Und dann dafür sorgen, dass wieder Punkte reinkommen.

Was gilt es denn zu verbessern?

Eindeutig - die Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Das Ummünzen von Chancen in Tore. Und: Wir müssen wieder zu dem schnellen Umschaltspiel zurückfinden, das wir anfangs des Jahres gezeigt haben.

Aber: Der KSC bekommt auch zu viele Gegentore. In den vier Partien im Jahr 2017 kassierte der KSC sieben Gegentreffer, fast zwei pro Partie. Zuvor wurden zwei Partien ohne Gegentreffer überstanden.

Das hängt auch damit zusammen, dass wir offensiver ausgerichtet sind, dadurch kommen wir vermehrt in Eins-Gegen-Eins-Situationen, die heikel werden können. Die offensivere Variante ist der richtige Weg. Aber wir müssen nur mehr Präsenz zeigen - vor allem in direkten Duellen.

Ein Weg zurück zur Dreierkette, mit der man kein Tor kassierte, wäre keine Lösung?

Das würde wieder ein abwartendes Spiel beinhalten. Das entspricht nicht unserem Naturell. Wir sollten versuchen, offensiv zu verteidigen und - wie erwähnt – wieder schneller umzuschalten. Jetzt wieder auf Dreierkette umswitchen – das sehe ich eher problematisch. Wir waren wohl stabiler, aber hatten damit nach vorne keine wirkliche Durchschlagskraft.

Jetzt kommen Hammerpartien in Folge. Erst nach St. Pauli, dann kommt Hannover ehe es nach Aue geht. Der Druck ist heftig.

In unserer Situation ist jedes Spiel wichtig. Dass es eine ganze enge Konstellation gibt, dass einige Teams hinten punktgleich sind, ist sicher erschwerend. In Pauli kommt es zu einem dieser berüchtigten "Sechs-Punkte-Spiele". Aber wir sollten nicht in Hektik verfallen.

Am besten erzielt Dennis Kempe erneut ein Tor des Monats.

Unwahrscheinlich, dass das schon wieder passiert. Aber ich hätte natürlich nichts dagegen. Allerdings wäre es mir ebenso recht, wenn ein Kollege die Treffer macht.

Wenn man Ihre bisherigen Aussagen interpretiert, dann ist der Abstieg für Sie kein Thema, dann wird der vermieden.

Ich bin felsenfest vom Klassenerhalt überzeugt. Wir sind nicht hinten dran, sondern haben alle Chancen. Bei uns gibt keiner auf, jeder will arbeiten, ist gierig zu gewinnen. Ich bin total positiv gestimmt – trotzt der Frusterlebnisse zuletzt. Damals beim Abstieg haben wir einige erschreckende Leistungen abgeliefert, nach denen man als Spieler sagte: Puh – was war denn das für ein schwacher Auftritt? Jetzt sind wir viel besser. Wir müssen in Pauli selbstbewusst auftreten. Ich glaube, die könnten vielleicht sogar psychologisch gegen uns im Nachteil sein…

…und warum,?

Aus mehreren Gründen. Zum einen haben wir in den letzten drei Jahren dort immer gewonnen. Das wissen die, das haben die im Kopf. Das sollten wir für uns ausnutzen. Dann hat sicher der späte Ausgleich, den sie in Bielefeld hinnehmen mussten, am Nervengerüst genagt. Ich glaube, die haben mehr Respekt vor uns als wir vor ihnen.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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