Oliver Kreuzer
Karlsruhes Sportdirektor Oliver Kreuzer steht im Stadion. Foto: Uwe Anspach
KSC-Sportdirektor Kreuzer: "Für diese Saison zählt nur der Klassenerhalt"
Karlsruhe
30.12.2016 07:00
Seit dem 1. Dezember ist Oliver Kreuzer Sportdirektor des Karlsruher SC. In den wenigen Tagen seiner Amtszeit musste der Ex-Profi des KSC schwierige Entscheidungen fällen. Zunächst war er verantwortlich für die Trennung von Tomas Oral als Chef-Trainer, dann für die Verpflichtung von Mirko Slomka als neuen Chef-Coach.

Herr Kreuzer, Sie sind voll des Lobes über den neuen KSC-Trainer Mirko Slomka. Was sind dessen Stärken?

Er hat schon oft gezeigt, dass er ein herausragender Trainer ist. Ich konnte mich bei unserer Zusammenarbeit beim HSV davon überzeugen, dass er ein absoluter Fachmann ist. Ich habe mich schon vor der Zeit, als ich ihn nach Hamburg holte, länger mit ihm beschäftigt.

Er kennt die prekäre Situation, in der der KSC im Moment ist. Ähnliches hat er in Hannover hervorragend gemeistert, auch beim HSV. Er übernahm Hannover auf Platz 18, rettete den Club und führte 96 in UEFA-Cup.

Und seine Spezialitäten als Trainer? 

Die Art, wie er Fußball spielen lässt, ist sehr interessant. Man redet heute immer von jungen, modernen Trainern, deren Schlagwort heißt Umschaltspiel - was Mourinho übrigens mit Chelsea schon vor Jahren hat spielen lassen. Das hat Mirko auch in Hannover praktiziert. Dazu die Ruhe und Gelassenheit, mit der er Hannover vor dem Abstieg rettete und die Kreativität, mit der er danach die Mannschaft formte. All das hat mir imponiert.

Ein Nachteil könnte sein: Slomka kennt die zweite Liga nicht. 

Nein. Jeder gute Trainer, der im deutschen Profifußball arbeitet, kennt sich heutzutage in den beiden deutschen Topligen aus. Das ist eine Grundvoraussetzung, und natürlich kennt Mirko die zweite Liga.  Dass er dort noch nicht gearbeitet hat, war daher kein Ausschlusskriterium bei seiner Verpflichtung.

Slomka ist die erste Liga gewohnt - auch in Sachen Gehalt. Wie schaffte es der KSC, bei chronisch klammen Kassen, solch einen Mann zu verpflichten? Wurden da private Schatullen geöffnet? 

Das Interessante an der Aufgabe war für Mirko ihn wichtiger. Die finanzielle Frage kam so ziemlich am Ende der Verhandlungen auf den Tisch und war schnell abgehakt. Mirko haben unsere Argumente überzeugt.

Der KSC braucht Verstärkungen. Verhandlungen mit potentiellen Kandidaten fallen jetzt, nach der Verpflichtung Slomkas, sicher leichter. Jetzt wissen die Akteure, mit wem sie im Wildpark arbeiten werden.

Natürlich ist es durch die Slomka-Verpflichtung um einiges einfacher, mit eventuellen Kandidaten zu reden. Aber wir haben auch schon zuvor Gespräche geführt.

Zu den Zielen. Für diese Saison ist das Ziel wohl klar: Klassenerhalt. Ist für Ende der nächsten Saison der Aufstieg geplant?

(lacht) Ich bin kein Freund von Drei-, oder Vier- Jahresplänen. Für diese Saison zählt nur der Klassenerhalt – ob als 10. oder 15. ist egal. Um heute in die Bundesliga aufzusteigen, muss am Ende alles passen. Mittlerweile möchte ja die halbe Liga aufsteigen – am Ende schaffen es halt nur zwei.

Die Fragen stellte Peter Putzing.

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