Rene Vollath
Rene Vollath. Foto: Uli Deck/Archiv
KSC-Keeper Vollath: "Wenn man den Glauben verliert, ist es vorbei"
Karlsruhe
30.03.2017 07:00
René Vollath kehrt am Freitag nach Nürnberg zurück. Zu dem Club, bei dem der inzwischen 27 Jahre alte Torhüter ausgebildet wurde. Allerdings steht der Keeper wohl nicht im Tor des Karlsruher SC, sondern sitzt auf der Bank. Trotz sportlicher Krise bei den Karlsruhern denkt Vollath nicht ans Aufgeben.

Herr Vollath, im Moment müssen Sie eine doppelte Enttäuschung verarbeiten. Zunächst haben Sie ihren Stammplatz im Tor verloren, dann belegt der KSC den letzten Tabellenplatz. Wie geht es Ihnen?

Nicht gut. Aber in unserer Situation geht es nicht um einzelne Personen, sondern nur um das Team. Wenn das Trainerteam der Meinung ist, dass "Orle" im Moment der Mannschaft mehr hilft, dann akzeptiere ich das so. Natürlich ist das bitter für mich. Aber ich mache alles, um das Team zu unterstützen und dafür, dort wieder eine Chance zu bekommen.

Trotz der schlimmen Negativserie: Alle sind sicher, dass der Klassenerhalt klappt. Sie auch?

Ja, ich glaube daran. Wenn man den Glauben verliert, dann ist es eh schon vorbei. Ich weiß was wir  können, aber wir müssen es eben zeigen.

Ist das nicht zumindest ein wenig Schönrednerei und Selbstbetrug, wenn man sagt: Wir können viel. Wir haben Qualität - aber es kommt nichts rum dabei?

Ich kann nur wiederholen: Man muss daran glauben, sonst kann man das Buch zumachen.

Die Trainerdiskussion, die Aktion der Ultras* – all das beschäftigt und  beeinflusst das Team, oder?

In der aktuellen Situation sind solche Dinge normal. Der Besuch der Ultras war nicht negativ, sondern eher positiv. Es ist gut, wenn Fans vorbeikommen, uns sagen, dass sie hinter uns stehen, dass sie nur eines wollen: Dass wir Vollgas geben. Das ist zusätzliche Motivation – alles andere ist  nun mal im Fußball so.

(*Anmerkung d. Redaktion: KSC-Fans hatten in dieser Woche auf dem Trainingsplatz mehrere Spieler zur Rede gestellt. Mit der Aktion wollten die Fans die Mannschaft wachrütteln.)

Sportdirektor Oliver Kreuzer hat vergangene Woche drei erfahrene Spieler eingeladen, hat mit ihnen über Trainer Slomka und dessen Assistenten Marc-Patrick Meister gesprochen. Sie sind gewählter Vize-Kapitän, waren aber nicht eingeladen. Komisch, oder?

Das ist Sache unseres Sportdirektors. Ich mache was der Mannschaft hilft, unterstütze jeden – versuche alle zu puschen, allen zu helfen.

Ist das für Sie nicht eine geringe Wertschätzung?

Ich nehme all das hin, kein Problem. Ich versuche, dem Team zu helfen.

Was konkret macht Ihnen Hoffnung?

Zum Beispiel das Testspiel in Mainz. Da sind wir in der ersten Halbzeit defensiv hervorragend gestanden. Da haben wir gemeinsam gearbeitet, hatten eine gute Abstimmung, gute Kommunikation. Das müssen wir nur so auch in Nürnberg machen.

Am Freitag geht's nach Nürnberg. Für Sie, der beim FCN spielte, ein besonderes Spiel. Warum sollte dort die Negativserie enden?

Hans Meyer und auch Markus Kauczinski haben zu solchen Dingen immer einen guten Satz gesagt: "Je länger so eine Serie geht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu Ende geht." Warum sollten wir nicht in Nürnberg gewinnen? Warum nicht genau in Nürnberg?

Würden Sie in der dritten Liga bleiben?

Ich habe beim KSC Vertrag - auch für die dritte Liga.

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

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