Marc-Patrick Meister
Marc-Patrick Meister.
Bild: Christoph Schmidt/Archiv
KSC-Coach Meister: "Wir haben noch eine Chance auf den Relegationsplatz"
Karlsruhe
12.04.2017 07:00
Marc-Patrick Meister der vierte Trainer des Karlsruher SC in der laufenden Saison. Der 36-Jahre Fußballlehrer versucht das Unmögliche noch möglich zu machen: den Klassenerhalt. Wie der junge Trainer den Ligaerhalt schaffen will, auch darüber sprach Peter Putzing mit Meister.

Herr Meister, nach dem 0:2 beim VfB Stuttgart sagten Sie, dass Sie etliche gute Dinge bei Ihrer Mannschaft gesehen hätten. Welche waren das?

Wir wollten eine gute Raumaufteilung haben, wollten im zentralen Mittelfeld viele Bälle erobern. Das hat ganz gut geklappt, so sind wir in gute Umschaltmomente gekommen. Das war gut, aber nach den Balleroberungen konnten wir keine Durchschlagskraft entwickeln. Die Mannschaft hatte keine Angst hoch zu stehen. Darauf lässt sich aufbauen.

Sie erklärten zudem: "Für viele ist unsere Situation komplett aussichtslos. Nicht für mich!" Ist das Ihr Ernst? Bei zehn Punkten auf den Nichtabstiegsplatz, bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz?

Das ist mein voller Ernst. Ich glaube an uns, auch wenn es die Ergebnisse zuletzt nicht so hergeben.

Wie wollen Sie dem Team diese Einstellung vermitteln, die Mannschaft nach so vielen Negativerlebnissen aufbauen?

Man kann im Fußball nicht immer alles erklären. Den Glauben einzuimpfen ist schwierig. Meine Aufgabe ist es, die 18 Männer – sprich Spieler – herauszufinden, die am meisten an unsere Chance glauben, am meisten auf mich ausstrahlen, dass sie dem KSC helfen wollen.

Sie sprachen von 18 Spielern. Im aufgeblähten KSC-Kader stehen im Moment 34 Akteure. Denken Sie darüber nach, im Schlussspurt da etwas zu verändern?

Ja, da haben wir uns Gedanken gemacht. Wir müssen uns eine gute Strategie überlegen, dürfen keine Schnellschüsse machen. Wir haben noch eine Chance auf den Relegationsplatz! Wir müssen daran denken, dass wir den einen oder anderen Spieler zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch brauchen.

Ändern muss sich die Aggressivität. 42 Prozent gewonnener Zweikämpfe wie in Stuttgart, das reicht selten zum Sieg. Zum Zeitpunkt des 1:0 für den VfB lag die Zweikampfbilanz bei nur 25 Prozent, bei den Kopfballduellen gar nur bei 15 Prozent. Zu wenig, oder?

Stimmt, das ist zu wenig. Das muss sich ändern.

Werden Sie das in den Trainingseinheiten inhaltlich einbauen?

Das Zweikampfverhalten zu trainieren, das ist für jeden Trainer ein Geschenk. Wir dürfen bei aller Kritik nicht vergessen, gegen wen wir gespielt haben. Gegen ein Topteam. Aber nochmals: Es gab einige gute Dinge.

Wie sahen Sie das Debüt von Severin Buchta? Haben Sie sich da etwas verzockt?

Nein, Severin musste wegen eines Krampfes runter. Dieser Krampf kam - so unser Arzt - aufgrund der Laufleistung und der enormen Anspannung. Ich war sehr zufrieden mit ihm, aber er musste runter. Ich hatte ganz andere Wechsel geplant.

Welche?

Ich wollte den ordentlich spielenden Buchta drin lassen, auch wenn er beim 1:0 mit drinhängt. Wir wollten offensiver wechseln.

Jetzt kommt ein Strohhalm-Spiel. Gegen Heidenheim muss ein Dreier her, sonst ist jede noch so kleine Zuversicht unmöglich.

Es ist unser Ziel, drei Punkte zu behalten. Das wollen wir für die Mannschaft, für die Fans, für den Verein.

Werden Sie taktisch reagieren? Zum Beispiel früher attackieren lassen, damit bei Ballbesitz der Weg zum gegnerischen Tor kürzer wird?

Wir werden wohl bei unserer Grundordnung mit einer Dreierkette bleiben. Um mehr zu sagen, ist es zu früh.

Gibt es personelle Überlegungen etwas zu verändern?

Wir haben Alternativen. Enrico Valentini darf wieder spielen, Ylli Sallahi ist nach seiner Pause wieder frisch und auch Mavrias konnte Kraft schöpfen.

Ein Wort zum Gegner.

Ich kenne Heidenheims Trainer Frank Schmidt von gemeinsamen Trainerlehrgängen. Da hat er immer und immer wieder gesagt: "Man muss eine Mannschaft so zusammenstellen, dass es staubt." Er hat eine kampfstarke und körperlich starke Mannschaft – mit einigen "Büffeln" drin. Die spielten zuletzt im 4-2-3-1 System, wir sind darauf vorbereitet.

Die Fragen stellte Peter Putzing. 

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