Kapitän
Lars Stindl ist jetzt Kapitän. Foto: Jonas Güttler
Bild: Foto: Jonas Güttler
Ex-KSC-Profi Lars Stindl im Interview: "Von Eggi und Franz habe ich viel gelernt!"
Karlsruhe/Bern
16.08.2016 14:30
Lars Stindl gilt als der beste Allrounder in der Bundesliga. In der vergangenen Saison spielte der 27-Jährige meist in der Sturmspitze. Doch der tolle Techniker kam zudem im rechten und zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Auch von der Sechserposition aus dirigierte er hin und wieder erfolgreich das Spiel der Borussen. Sieben Treffer in 30 Spielen hat er erzielt, zudem elf Tore vorbereitet. Daher, aber vor allem wegen seines bodenständigen Charakters wurde Stindl zum Nachfolger von Granit Xhaka als Kapitän von Borussia Mönchengladbach bestimmt. Von Xhaka, aber auch vom Ex-Nationalspieler der Schweiz, Mario Eggimann mit dem er sechs Jahre zusammen spielte und zu dem er noch Kontakt hat, habe er einiges lernen können. Peter Putzing sprach vor dem Champions League Qualifikationsspiel der Gladbacher bei Young Boys Bern mit Stindl.

Herr Stindl, das war Los-Glück. Young Boys Bern ist sicher kein all zu schwerer Gegner.

Das stimmt definitiv nicht! In dieser Phase der Qualifikation zur Champions League, da gibt er’s keine leichten Gegner. Bern hat Schachtor Donezk besiegt, das ist eine Hausnummer. Muss ich mehr sagen? YB Bern hat nicht den großen Namen wie Manchester City oder der FC Porto, aber das wird dennoch eine schwere Nummer. Vor allem auswärts müssen wir uns auf einen heißen Empfang gefasst machen. Ich bin gespannt, wie das wird auf Kunstrasen. Das ist eine neue Erfahrung, eine Herausforderung.

Diesbezüglich gibt es bei uns das eine oder andere Fragezeichen, Wir sind gewarnt und werden die Sache hoch konzentriert angehen.

Ist es ein Vorteil, das erste Spiel auswärts zu bestreiten?

Das ist uns egal. Auch, weil wir ganz sicher große Unterstützung haben werden, denn unsere Fans reisen gerne und werden zahlreich vor Ort sein.

Es ist logisch, dass wir schon in Bern versuchen werden, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aber - das will jeder.

Bern ist schon im Wettkampfmodus, die Spielrunde dort läuft. Gladbach hat noch kein Pflichtspiel bestritten. Zudem nur einen echten Test absolviert, der bei Inter Mailand musste wegen Starkregens abgesagt werden. Ist das ein Nachteil?

Das mit der Spielabsage in Mailand war sehr unglücklich, wir waren angereist, aber es ging wirklich nicht. Dass Young Boys schon etwas Spielrhythmus hat ist sicher ein Vorteil. Aber: Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert, sind gut drauf.

Mitte Juli spielte Gladbach gegen die Young Boys in einem Testspiel 3:3. Was blieb da in Erinnerung?

Schwierig da detailliert zu antworten. Man muss das alles so einordnen, dass wir da mitten in der Vorbereitung steckten. Bern hat eine kampfstarke Mannschaft mit etlichen richtig guten Einzelspielern. Steve von Bergen kennt man noch aus der Bundesliga. Auch sonst kenne ich einige Akteure. Nochmals: Young Boys hat Schachtor Donezk in der Quali rausgeworfen.

Ist das Ausscheiden überhaupt ein Thema bei den Borussen?

Wir sind in einer Phase, in der wir uns für die Champions League qualifizieren wollen. Das ist unser Ziel. Wir wollen unsere Leistung zeigen, wollen erfolgreich sein. Damit beschäftigen wir uns - mit nichts sonst.

Ex-KSC Kotrainer Joe Zinnbauer trainiert St. Gallen. Werden Sie ihn wegen Infos kontaktieren?

Ich kenne ihn nur aus der Zeit, als er Cheftrainer beim Hamburger SV war, nicht vom KSC. Aber ich denke, wir werden von unserer Scoutingabteilung und unserem Trainerteam topp auf diese Partie vorbereitet.

Sie wurden Nachfolger des für rund 40 Millionen Euro zum FC Arsenal gewechselten Granit Xhaka als Gladbachs Kapitän. Werden Sie etwas von ihm übernehmen? Etwas anders machen?

Granit hat das sensationell gemacht, nachdem er für den leider zweimal verletzten Martin Stranzl als Kapitän nachrückte. Ich habe viel von ihm gelernt.

Granit hat sich der Aufgabe nicht nur voll angenommen, sondern war ein Vorbild, ist darin richtig aufgegangen.

Was heißt das konkret: Aufgegangen? Vorbild?

Er hat sich um jeden gekümmert, hat immer in den Kader hineingehorcht, hat für die richtige Stimmung gesorgt. Er hat die Mannschaft auf dem Platz, durch seine Art und Weise, und daneben vorangetrieben. Beispiel: Wir haben gegen Hannover und Ingolstadt verloren, die Champions League Quali war weit weg. Da hat er sich hingestellt und uns klar gemacht, dass wir das alles noch packen können. Mit seiner Überzeugung hat er uns überzeugt, angetrieben und geholfen. Ich nehme einiges von ihm, aber auch von Vorgänger Martin Stranzl mit. Auch von den Kapitänen meines Ex-Clubs KSC - meinen Kumpels Mario Eggimann und Maik Franz - konnte ich einiges lernen.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
6 Kommentare

Hinweis: Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren. Bitte beachten Sie die Kommentarregeln.
Betreff/Titel


Ihr Kommentar

Noch Zeichen