Fußball, 2. Bundesliga:
Sportdirektor Oliver Kreuzer spricht während einer Pressekonferenz.
Bild: Ronald Wittek (dpa)
Transfer-Wunschliste: Kommen Stroh-Engel und Mees zum KSC?
Karlsruhe
04.05.2017 15:51
Schon drei Spieltage vor Ende der Zweitligasaison stand der Abstieg des Karlsruher SC fest. Diese für den Verein schlimme Tatsache birgt aber auch eine Chance. Man hat so Zeit, den Kader für die dritte Liga zu gestalten.
Clubs, die in den vergangen Jahren in der gleichen Lage waren, setzten bei der Planung des neuen Kaders auf den "Aha-Effekt" beim ersten Neuzugang. Das war oft ein Akteur, über den alle sagen: "Toll! Der kommt." Das war einer, der Aufbruchstimmung vermittelt, der "Sogwirkung" für andere Profis hat, die der jeweilige Club gerne verpflichten wollte.

Nicht so beim KSC. Der erste Neuzugang der Badener?  Benjamin Uphoff!  Der ist ein richtig talentierter Torhüter, hat aber keine Profierfahrung, kam bei der Reserve des VfB Stuttgart zu 18 Einsätzen in der Regionalliga.

Torwart Nummer 3 im Kader?

"Aha-Effekt", Sogwirkung? Wohl kaum. Keeper Uphoff kommt als erster, obwohl mit Dirk Orlishausen und René Vollath zwei Torhüter einen gültigen Kontrakt für die nächste Saison haben. Man will zwar Vollath abgeben, aber wenn der keinen für sich adäquaten - sprich gut bezahlten - Job findet, dann hat der KSC drei teure Torhüter auf der Gehaltsliste, oder muss Vollath mächtig Abfindung bezahlen.

Als Verstärkung könnte sich der von Greuther Fürth verpflichtete Mittelfeldmann Andreas Hofmann erwiesen. Der 31-Jährige gilt als lauf- und kampfstark, hat zudem Führungsqualitäten. Hofmann soll der so lange vermisste "Emotional-Leader" im defensiven Mittelfeld werden.

Auch Zugang Nummer drei könnte dem KSC helfen: Alexander Siebeck. Der 23-Jährige spielte bei RB Leipzig II, fühlt sich im zentralen offensiven Mittelfeld am wohlsten. Der gebürtige Leipziger, der von Sportdirektor Oliver Kreuzer persönlich unter die Lupe genommen worden ist, unterschrieb bis 2020. Siebeck gelangen in 30 Regionalligaspielen vier Treffer, neun bereitet er vor.

Mees aus Hoffenheim im Visier

Der KSC schaut sich gerne bei den Reserveteams von Erstligisten um. Siehe Siebeck. Und man will auch im Talentteam des Nachbarn aus Hoffenheim wildern. Da buhlt der KSC um Joshua Mees. Ein 21 Jahre alter Angreifer, der bei der TSG allerdings bis 2018 unter Vertrag steht. Das heißt: Mees kostet Ablöse. Dem gebürtigen Saarländer, der in etliche DFB Jugendauswahlen berufen wurde, gelangen bei 21 Einsätzen in der Regionalliga Südwest zwölf Treffer und vier Torvorbereitungen.

Abwehrspieler Benedikt Gimber (20) würde die sportliche Leitung gerne im Wildpark halten, Gimber ist nicht abgeneigt. "Ich fühle mich hier wohl. Aber ich bin Leihspieler, muss zuerst mit meinem Stammverein Hoffenheim reden." Derweil soll das Management zum Abwehrroutinier Jan Mauersberger (1860 München, fast 32) Kontakt aufgenommen haben. Entweder "Mauer" oder "Bene"? Oder beide?

Fabian Reese ist dem KSC nicht abgeneigt

Einen weiteren Leihspieler würden die Karlsruher gerne behalten. Den 19 Jahre alten Fabian Reese, der vom FC Schalke 04 ausgeliehen ist. Beim erfolglosen Ex-Coach Mirko Slomka spielte er nur selten. Aber seit Marc-Patrick Meister das Team übernahm, war der schnelle Offensivallrounder Stammkraft.

Reese zur aktuellen Situation: "Mein Leihvertrag läuft bis Ende Juni, dann geht´s eigentlich zurück zum FC Schalke. Bisher habe ich einen Wechsel in die dritte Liga ausgeschlossen. Aber: ich fühle mich unter Trainer Marc Patrick Meister und seinem Trainerteam, beim ganzen Verein richtig wohl. Deshalb schließe ich nichts mehr aus." Zu Beginn der kommenden Woche finden Gespräche zwischen Schalke und dem KSC statt: "Abwarten. Es ist alles möglich", sagt Reese.

Der KSC könnte einen erfahrenen Stürmer gebrauchen. Sportchef Kreuzer erteilte Sebastian Freis (32) - in über 300 Bundesligaspielen erzielte der 64 Tore, bereitete zudem 32 Treffer vor - via Medien eine Absage. Dass Freis ob solcher Verhaltensweise sicher "not amused" war – logisch.

Jetzt ist ein anderer in der Verlosung: Dominik Stroh-Engel wurde angeboten. Der ist 31 Jahre alt, stand zuletzt beim SV Darmstadt unter Vertrag. Der fast Zwei-Meter-Mann absolvierte in der ersten und zweiten Bundesliga 70 Spiele, erzielte dabei elf Treffer und bereitete fünf Tore vor. Im DFB-Pokal gelangen ihm drei Tore.

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